Natur, Garten und Tiere. Nagati das Lexikon für jeden.

 Natur Garten & Tiere

Nagati




 

Startseite Chat Forum Externes Forum

Zaunkönige

Vogel des Jahres 2004

Von den über 60 Arten der neuweltlichen Zaunkönige ist nur eine Art, der Zaunkönig, nach der letzten Vereisung – vom Mittelmeer ausgehend – auch in Europa heimisch geworden und konnte sein Verbreitungsgebiets in das südöstliche Asien ausdehnen. Die gleiche Art brütet in Nordamerika von Alaska südwärts bis Kalifornien. In Nordamerika kommen 10 weitere Arten vor die anderen verteilen sich – z. T sehr lokal – auf ganz Südamerika.

Lebensweise.

Die einzelnen Zaunkönig – Arten bewohnen sehr unterschiedliche Lebensräume. Bevorzugt wird das Unterholz der Wälder in den gemäßigten und tropischen Zonen besiedelt, indem die Zaunkönige ein sehr verstecktes Leben führen. Darüber hinaus hat sich z. B. der Kaktuszaunkönig (22 cm Körperlänge) dem Leben in der heißen Wüste angepasst, andere Arten, die Sumpfzaunkönige der extrem feuchten Sumpfvegetation. In der Alten Welt weiß der Zaunkönig selbst felsige Abhänge an der Küste und oberhalb der Baumgrenze im Gebirge zu nutzen.

Die Zaunkönige suchen mit Vorliebe im dichten Bodenbewuchs nach Insekten und Spinnen. Hierbei sind besonders die kleineren Arten vielen Nahrungskonkurenten gegenüber im Vorteil, denn sie erreichen ihre Nahrung auch in tiefen, geschützten Spalten und Felsritzen.

Im Gegenteil zu der versteckten Lebensweise steht das ausgeprägte Lautverhalten. Das ganze Jahr über kann man den mächtigen Gesang der Zaunkönige hören von Männchen und Weibchen in gleichem Maße. Dabei zählen einige Arten, wie z.B. der Rotkehl – Zaunkönig aus dem Amazonasgebiet, zu den besten Sänger unter den Vögeln. Die geselligen Vögel verfügen zudem über eine Reihe von Stimmfühlungslauten, die eine akustische Verständigung im dichten Unterwuchs ermöglichen.

Merkmale.

Obwohl die Gruppe hinsichtlich ihrer anatomischen Merkmale recht einheitlich ist, kann die Größe mit 9 – 22 cm Körperlänge zu den kleinsten Vögeln. Typisch ist das eng gestreifte, schwarz oder graue Gefieder, das sich in beiden Geschlechtern nicht unterscheidet. Entsprechen ihrer Lebensweise, ist der Schnabel der Zaunkönige spitz und schlank.

Brut.

Während einige Arten der nördlichen Regionen polygam (in Vielehe) leben, findet man dieses Verhalten in den Tropen und Subtropen kaum. Immer sind eine ausreichendes Nahrungsangebot und günstige Wetterungsbedingungen die Voraussetzung für die Vielehe der Männchen. Dann baut das Männchen allein mehrere becher-  oder kugelförmige Nester in Bodennähe. Sie sind im Pflanzenwuchs oder in einer Höhle verborgen und müssen den Weibchen im Verlauf der Balz gezeigt und von diesen angenommen werden. Oft werden die zusätzlichen Nester von den Männchen auch nur als Schlafnester genutzt.

Die Aufgabe der Altvögel im Verlaufe der Brut ist sehr unterschiedlich verteilt. Während die tropischen Arten sich ganz auf die Fütterung des einen Weibchens auf den Gelege konzentriert, bemühen sich die polygamen Zaunkönig – Männchen meist nur um das Nest mit der jeweiligsten jüngsten Brut und überlassen es den anderen Weibchen, ihre Nahrung selbst zu suchen und auch die Jungen alleine aufzuziehen. Fällt ein Weibchen aber vollständig aus, kann das Männchen das Brutgeschäft auch ganz übernehmen.

Da die Zaunkönige sich überwiegend als Standvögel verhalten, verursachen lange und strenge Winter große Verluste unter den nördlichen Populationen, die durch höhere Eizahlen im Gelege (5 – 8) im Verlauf mehrere Jahre wieder ausgeglichen werden. In den wärmeren Gebieten sind die Eizahlen allgemein geringer (2 - 5), dafür sind mehrere Jahresbruten möglich.

Die Nester werden außerhalb der Brutzeit gern als Schlafnester genutzt. Hier sind die Vögel einzeln oder gesellig im Familienverband anzutreffen.  

Zurück

Login
News
Archiev
Navigation
Hilfreiches
Online
Counter
Suche
W-P ® V2.47.2