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Wiedehopf

Vogel des Jahres 1975

Gegenüber den afrikanischen Baumhopfen ist der Wiedehopf als einziger Vertreter seiner Unterfamilie ist fast allen Klimazonen der alten Welt verbreitet; nur die nördlichen Tundrengebieten werden gemieden. Im Gegensatz zu seinen asiatischen und afrikanischen Artgenossen ist er in Mittel- und Westeuropa viel seltener geworden. Dieser Rückgang ist auf der einen Seite mit Klimaveränderungen, anderseits mit der Veränderung des Lebensraumes  durch den Menschen zu begründen. Die nördlichen Brutvögel überwintern in Südasien und Südafrika des Äquators.

Merkmale.

Der 28 cm große Wiedehopf ist in seiner typischen Gestalt mit keinem anderen Vogel zu verwechseln. Seine große, aufrichtbare Kopfhaube und das orange – bräunliche Gefieder mit den auffälligen schwarzweiß gebänderten Flügeln lassen den Vogel im Flug fast wie einen rissigen Schmetterling erscheinen. Charakteristisch ist auch der lange und dünne, etwas abwärts gebogene Schnabel. Die Läufe sind kurz und kräftig; damit ist er ein gewandter Erdläufer. Häufig streichen die Vögel in wellenförmigen Flug dicht über den Boden hin und her und überfliegen dabei schnell und sicher selbst weiträumige Flächen.

Lebensweise.

Der Wiedehopf fühlt sich in warmen und trockenen Gebieten besonders wohl. Bevorzuget findet man ihn in der Nähe lichter und alter Baumbestände, an die er durch sein Brutverhalten gebunden ist; er kommt aber auch mit felsigen Gelände oder in der Nähe menschlicher Siedlungen mit alten Gemäuern zurecht.

Schritt für Schritt – dabei wie eine Taube mit dem Kopf nickend – bewegt der Wiedehopf sich am Boden auf der Nahrungssuche. Hier sammelt er aus Löchern, Spalten und Geröll große Insekten und  deren Larven, aber auch Spinnen, Eidechsen und andere kleine Tiere. Ist der Boden weich, steckt er den Schnabel auch tief ins Erdreich hinein, um seine Beute herauszuziehen. So findet man ihn in großer Zahl in den Garten- und Ackerbaugebieten Zentralasien und Westchinas. Hier gehört er ebenso zum Landschaftsbild wie in Afrika, wo das Nahrungsangebot auf den Kompost- und Abfallhaufen in der Nähe menschlicher Siedlungen gesichert ist. Viel ursprünglicher ist sein Auftreten in der Nähe vom Weidevieh, in dessen Dung sich unzähliche Insekten entwickeln können.

Bevor die großen Insekten verzerrt werden, befreit der Wiedehopf sie sorgfältig von Hartteilen. Hierzu ergreift er sie mit dem Schnabel und schlägt sie solange auf den Boden, bis der weiche Rumpf abgetrennt ist. Da die Zunge sehr kurz und damit fast funktionslos ist, wird die Nahrung in die Luft geschnellt und mit dem weit geöffneten Schnabel wieder aufgefangen.

Brut.

Im Frühjahr trifft der Wiedehopf im mitteleuropäischen Raum im April einige Tage vor dem Kuckuck ein. Dann sind vom Männchen die typischen Rufe zu hören, die auch zu seinen lateinischen Artnahmen geführt haben. Nicht übermäßig laut, aber tief und weittragend, sind sie im Typ dem des Kuckucks nicht unähnlich.

Die Brutplätze sind überwiegend in Höhlungen alter Bäume zu finden, aber auch Mauern, Steinhaufen oder Holzstapel bieten geeignete Nistmöglichkeiten. Die Höhle wird am Boden nur andeutungsweise ausgekleidet, bevor das Weibchen, die 6 – 7 Eier ablegt. Die Bebrütung der Eier übernimmt das Weibchen – schon vor Erreichen des Vollgeleges – allein, wird dabei aber vom Männchen gefüttert. Die Jungen schlüpfen nach 16 – 19 Tagen in größeren Abständen und müssen noch einige Zeit vom Weibchen gehudert werden. Auch wenn die Jungvögel nach 20 – 27 Tagen das Nest verlassen, sind sie noch eine Zeitlang auf die Fütterung durch die Altvögel angewiesen.

Allgemein bekannt ist der üble Geruch, der von einen Wiedehopfnest ausgeht und auf einem der Bürzeldrüse des Weibchens ausgeschiedenes Sekret beruht. Deshalb heißt der Wiedehopf volkstümlich auch Stinkhahn oder Kotkrämer.

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