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Wendehals

Tier des Jahres 1988

Die beiden Arten der Wendehälse haben im Gegensatz zu den eigentlichen Spechten keine zu Stützorganen umgebildeten Schwänze und auch keine Meißelschnäbel, verfügen aber wie jene über eine lange, als Leimrute wirkende Zunge, die sie lang hervorstrecken können und so Ameisen, deren Larven und andere Insekten erbeuten. In ihrer Lebensweise gleichen Wendehälse weitgehend den echten Spechten. Sie leben ungesellig, in offenen, baumbestandenen Regionen und brüten ebenfalls in Baumhöhlen, die sie jedoch nicht selber aushacken.

Nur im baumlosen Gelände nehmen Wendehälse auch mit Erdlöchern als Brutplätzen vorlieb. Ihre Nahrung lecken sie von der Baumrinde ab oder holen sie aus unterirdischen Ameisenhaufen hervor. Ihr braun, grau, schwarz und weiß gemustertes Gefieder bietet den 16,5 cm langen Wendehälsen eine hervorragende Tarnung. Gegenüber der Baumrinde und im Astwerk, wo sie immer quer zum Ast sitzen (niemals längs dazu wie echte Spechte) sind sie kaum zu erkennen.

Verbreitung.

Das Brutgebiet des Wendehalses erstreckt sich über ganz Europa mit Ausnahme des Südteils der Iberischen Halbinsel, des nördlichen Großbritanniens sowie des nördlichen Skandinaviens, über Teile Nordafrikas und über weite Bereiche Asiens etwa zwischen dem 50. und 63. nördlichen Breitengrad (an der Ostküste südwärts bis zur koreanischen Halbinsel). Zum Winter hin ziehen sie eurasische Wendehälse südwärts bis ins tropische Afrika bzw. nach Südasien.

Im südlichen Afrika(Gabun, südliches Kongogebiet, Südwest- Uganda, Kenia, Nordwest- Tansania) lebt der etwas größere und dunkler gefärbte red breasted Wryneck  oder Braunkehl – Wendehals. Er ist ein Bewohner der offenen Graslandschaften und Akaziensteppen, wo man ihn häufiger an abgestorbenen Bäumen findet. Wie auch die eurasische Art kommt der afrikanische Wendehals nirgends häufig vor, sondern zieht einzeln oder in Paaren umher.

Brut.

Auch in ihrer Brutbiologie unterscheiden sich die beiden Wendehalsarten nur geringfügig. Eurasischer Wendehals brütet in lichten Waldgebieten, Parks und Gärten, wo er unausgepolsterte Baumhöhlen bezieht. Die Brutperiode beginnt im März; gewöhnlich ziehen Wendehälse eine, seltener aber auch zwei Jahresbruten hoch.

Das Gelege besteht aus 7 – 10 (5 – 14) wei0en Eiern (2x1,5cm) und wird vom letzten Ei an überwiegend vom Weibchen 12 – 14 Tage lang erbrütet. Wie auch bei den eigentlichen Spechten schlüpfen die jungen Wendehälse nackt und blind. Beide Altvögel füttern die hilflosen Nesthocker, die auf dicken Fersenschwielen (gegen durchscheuern der Fußgelenke) am Boden der Höhle hocken, mit Ameisen und deren Puppen, bis die jungen Wendehälse im Alter von 19 – 21 Tagen das Nest verlassen.

Wendehals.

Ihren Namen haben Wendehälse wegen der für sie typischen Pendelbewegungen des sehr beweglichen Halses und Kopf erhalten. Besonders in Gefahrensituationen und bei der Balz zeigen Wendehälse diese schlangenartig anmutenden Ausdrucksbewegungen.

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