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Der Wanderfalke

Vogel des Jahres 1971

Als der NABU (damals noch Deutscher Bund für Vogelschutz - DBV) den Wanderfalken zum ersten "Vogel des Jahres" ausrief, war es für diese Art buchstäblich fünf vor zwölf. Seitdem haben konsequente Schutzmaßnahmen vom DDT-Verbot bis hin zu Horstbewachungen durch Ehrenamtliche eine der größten Erfolgsgeschichten im Vogelschutz geschrieben.

Name

Der Wanderfalke gehört zur Familie der Falken und zur Ordnung der Falkenartigen

Kennzeichen

Dieser eindrucksvolle Falke ist größer als eine Taube und im Flug an den langen, spitzen Flügeln und dem relativ kurzen Schwanz zu erkennen, außerdem an den schnellen kraftvollen Flügelschlägen. Ein weiteres gutes Erkennungsmerkmal ist der sehr dunkle Oberkopf und insbesondere der breite, schwarze Backenstreif. Die Gefiederfärbung ist oberseits blaugrau, unterseits hell mit dunklen Querbändern bzw. Flecken auf der Brust.

Lautäußerungen

Bei Störung am Brutplatz ruft der Wanderfalke raue und schnell gereihte grägrä oder kekeke Laute. Erregungs- und Bettellaute sind ein klagendes wet, ein gepresstes grrääi und ein Lahnen (das wie gähg-gähg-gähg klingt). Bei Beuteübergabe, Balz und Brutablösung ruft er kazick. Warnruf ist zjuck zjuck.

Nahrung

Der Wanderfalke jagt fast ausschließlich fliegende Vögel im freien Luftraum, entweder von einer erhöhten Sitzwarte aus oder aus hohem Kreisflug. Zu seiner Beute zählen besonders Haustauben, Stare, Drosseln, Feldlerchen, Buchfinken und Rabenvögel.

Lebensraum

Außerhalb der Brutzeit ist der Wanderfalke in fast allen Landschaftsformen zu finden, vorzugsweise jedoch über offenem Gelände und an Gewässern mit reichem Vogelleben. Zum Brüten ist er auf steile Felswände, Steinbrüche oder hohe Gebäude angewiesen. Auch Baum- und Bodenbrüter-Populationen sind nachgewiesen. In jedem Fall muss ein freier Anflug des Brutplatzes gewährleistet sein.

Fortpflanzung

Mitteleuropäische Brutpaare sind Standvögel, die auch den Winter über in ihrem Revier bleiben. Ab Mitte März ist Legebeginn. Ein Wanderfalken-Gelege besteht häufig aus 2 bis 4 kurzovalen, gelblichweißen und bräunlich gefleckten Eiern. Nach 29 bis 32 Tagen schlüpfen die Jungen, die anschließend ca. 10 Tage gehudert werden und insgesamt 35 bis 42 Tage am Nest bleiben. Ende Juli bis Anfang August löst sich der Familienverbund auf. Eine Jahresbrut ist üblich, Nachgelege sind eher selten.

Verbreitung

Der Wanderfalke war ursprünglich als Kosmopolit in allen Erdteilen verbreitet. Nach langjähriger und gebietsweise starker Verfolgung ist das besiedelte Areal inzwischen jedoch lückenhaft. In Mitteleuropa ist er heute durch strengen Schutz wieder in nahezu allen Ländern anzutreffen.

Bestand

Die europäische Population von 11 bis 15 Tausend Brutpaaren besitzt ihre Schwerpunkte in Spanien, Italien, Frankreich, Großbritannien, Grönland und der Türkei. Abgesehen von der Türkei, wo die Zahlen weiterhin rückläufig sind, haben sich die Wanderfalken-Bestände seit den 70er Jahren in den meisten Ländern erholen können. In Deutschland brüten heute wieder mehr als 600 Paare.

Gefährdung

Einer der Gründe für den dramatischen Bestandsrückgang bis etwa 1970 war die Aufnahme von chlorierten Kohlenwasserstoffen (v.a. DDT, HCB und PCB) über die Beutetiere. Diese Pestizide verursachten beim Wanderfalken (genau wie beim Sperber) dünnschalige Eier, was den Bruterfolg unmittelbar reduzierte. Es kam aber auch zu direkten Vergiftungen. In vielen Ländern entwickelte sich auch die Jagd auf den Wanderfalken zu einem wesentlichen Gefährdungsfaktor - verbunden mit Aushorstungen und dem Verkauf der Jungvögel in vorzugsweise arabische Länder. Störungen an Brutplätzen durch Freizeitaktivitäten (z.B. Klettern) sowie vogelgefährlich konstruierte Strommasten und -leitungen zählen ebenfalls - und gebietsweise bis heute - zu den Gefährdungsursachen.
 

Forderungen zum Schutz

Um den Bestand des Wanderfalken langfristig zu sichern, ist die Verwendung chlorierter Kohlenwasserstoffe und quecksilberhaltiger Pestizide großräumig zu reduzieren bzw. zu beenden. Ein Export dieser Stoffe in Länder der Dritten Welt verlagert lediglich die Problematik in andere Regionen der Erde. Die konsequente Einhaltung bzw. Überwachung des jagdlichen Schutzes zählt ebenfalls zu den Voraussetzungen, um den Erfolg bisheriger Schutzbemühungen konsequent fortsetzen zu können.

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