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Turmfalke

Vogel des Jahres 2007

Wohl der häufigste Vertreter der Falken und einer der häufigste Greifvogel in Mitteleuropa überhaupt ist der 34cm lange Turmfalke. Er ist mit seinen langen, gleichbleibend breitem Schwanz, den langen, spitzen Flügeln, seinem rotbraunen Gefieder mit dunklen Handschwingen recht gut im Flug zu bestimmen. Auch ist das Rütteln (der Flug auf der Stelle mit schnell aufeinanderfolgenden, flachen Flügelschlägen) ein geeignetes Erkennungsmerkmal.

Gestalt.

Weibliche Turmfalken sind etwas grösser und schwerer (154 – 290 g gegenüber 143 – 252 g Gewicht für Männchen) als die am Kopf, Hinterrücken und am Schwanz grau gezeichneten Männchen.

Verbreitung.

Das  Brutgebiet der Turmfalken erstreckt sich weit über Europa, Asien (ohne Regenwälder) und Afrika (hier meidet er die großen Waldgebiete und Wüsten). Nördliche und östliche Turmfalkenpopulationen ziehen zum Winter hin weit nach Mittel- und Westeuropa, ins Mittelmeergebirge oder nach Afrika (südlich bis zum Kongobecken), nach Asien zu Kaspischen Meer, Irak, nach Zentralasien und in den Norden Vorderindiens. Turmfalken aus südlicheren und westlicheren Brutgebieten ziehen nur kurze Strecken oder sind z T Standvögel.

Brutbiologie.

Umweltbedingungen erwiesen und nisten in sehr verschiedenartigen Landschaften, sofern sie nur genügend offene Flächen zur Jagd auf Mäuse, anderen kleinen Wirbeltiere und Insekten in erreichbarer Entfernung haben. Felswände, große Gebäude und Klippen mit Simsen  und Nischen dienen ebenso als Neststandort wie Bäume in Feldgehölzen oder an Waldrändern, wo Turmfalken verlassene Horste von Krähen und anderen entsprechende große Nester beziehen. In diesem Fall sammeln die Turmfalken kein Nistmaterial, während auf felsiger Unterlage bisweilen etwas Pflanzenmaterial zu einer dürftigen Polsterung zusammengetragen wird. Je nach Verbreitungsgebiet beginnt die Brutperiode im Februar (z. B. Atlantikinseln) bis Juni (im Norden).

Das Gelege besteht meist aus 4 – 6 Eiern, die 27 – 31 Tage lang überwiegend vom Weibchen erbrütet werden (Legeabstand etwa 2 Tage; Brutbeginn zumeist vom letzten Ei an oder doch erst kurz vor Vollständigkeit des Geleges). Die Jungen schlüpfen in ein weißes Dunenkleid und legen später ein dichteres, längeres und graues 2. Dunenkleid an. Sie werden vom weiblichen Turmfalken intensiv gehudert und gefüttert, während das Männchen die Beute heranbringt. Auch bereits während der Brutzeit jagt allein der männliche Vogel und übergibt dem Weibchen die Beute an bestimmten Plätzen, während er noch während der Eiablage direkt bis zum Horst flog und dort seine Partnerin versorgte.

Die Nestlinge nehmen erstmals im Alter von etwa 10 Tagen selbständig Nahrungsbrocken von Horstboden auf und können nach 20 Tagen schließlich z. B. Feldmäuse ohne elterliche Hilfe zerlegen und kröpfen. Nach 27 – 32 Tagen etwa werden junge Turmfalken flügge und verslassen den Horst. Sie werden danach noch etwa 4 Wochen von den Altvögeln betreut, bis sie schließlich das Aufzugrevier verlassen.

Geschlechtsreif werden Turmfalken bereits gegen Ende ihres 1. Lebensjahr; auch nach der Jungenaufzucht bleibt ein Brutpaar oft noch bis in den Herbst hinein und manchmal selbst noch den Winter über zusammen. Das bekannte Alter beringter Turmfalken beträgt 16 Jahre und 2 Monate, doch werden die meisten Falken sicherlich nur wenige Jahre alt. So enthält der schweizerische Brutbestand nur 7% fünfjährige und 12% noch ältere Turmfalken.

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