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Tierisch Verliebt

Auch wild lebende Tiere fühlen zärtlich. Beim werben um eine Liebespartnerin sind Männchen of einfallsreich: sie singen und tanzen, machen Geschenke und bauen sogar Liebeslauben,

Vorsichtig rückt der Löwenmann an das Weibchen heran. Er zieht die Oberlippe zurück, als würde er Lächeln. Durch das Flehmen nimmt er Witterung auf, riecht, ob er bei ihr eine Chance hat. Wälzt sich die Dame auf den Rücken, hat er Glück. Das Schäferstündchen dauert keine halbe Minute. Dafür wiederholt es sich bis zu 40-mal am Tag.

Bei der Liebe unter wilden Kreaturen ist of Erstaunliches zu beobachten: der König der Tiere zum Beispiel wirkt schüchtern. Er braucht die Zustimmung des Weibchens, sonst geht gar nichts – da kann der Löwe als Rudelführer noch so sehr den starken Mann markieren. Und Imponiergehabe, wie es Pfaue und Fasane mit ihrem bunten Federkleid zeigen, ist nur eine Variante der Balz.

Liebesrituale von Tieren äußern sich vielfältig: Einige Vögel singen, tanzen und putzen sich heraus, um die Auserwählte zu bezirzen, andere locken mit Düften oder gar mit Präsenten. Manche Tiere – wie Schwäne, Seepferdchen und Elefanten – sind ewig treu. Dabei wählen die Weibchen gerne ältere Herren aus. Die vertreiben jüngere Verehrer, wenn sie die Weibchen belästigen. Anderen Tieren genügt ein One-Night-Stand- zum Beispiel Bären oder flatterhaften Seidenlaubenvogel. Der baut eine prächtige geschmückte Liebeslaube, um Eindruck zu schinden. Aber hat der Freier sein Ziel erreicht, verschwindet er nach dem Liebesspiel und lässt das Weibchen als alleinerziehende Mutter zurück. Immerhin hat er ihr ein schönes Nest gebaut. Pinguinweibchen müssen das selbst erledigen, erhalten aber als Liebesbeweis von Männchen Steinchen zum Nestbau. Wer die meisten Steine liefert bekommt den Zuschlag.

Auch Schimpansen setzen auf Tauschhandel: Lausen gegen Liebe. Kein Wunder dass es Affenweibchen es mit der Treue nicht so ernst nehmen – viele Verehrer bringen eben auch mehr Liebesdienste.

Mit Geschenken sucht auch der Blaufußtölpel sein Glück. Zusätzlich stellt er seine Füße zur Schau, indem er sich vor dem Weibchen auf und ab stolziert. Die lassen sich durch besonders kräftiges Blau gefärbte Füße beeindrucken. Ist sich ein Paar einig, heben beide zum Zeichen ihres Bündnisses einträchtig den Schnabel gen Himmel.

Meist liegt es in der Natur alle Trümpfe bei den Weibchen- zumindest vor der Paarung. Deshalb ist hier die Rivalität zwischen den Männchen groß. Die Paradiesvögel Neuguineas beispielweise müssen sich zunächst einen vordersten Platz in der Rangordnung hart erkämpfen. Haben sie das geklärt, platzieren sie sich auf den Ästen, wo sie sich wie auf der Stange sitzend von den Weibchen inspizieren lassen. Um Eindruck zu machen plustern die Männchen ihr buntes Gefieder auf, hüpfen aufgeregt herum, rufen und geben Klicklaute von sich, damit sie gehört und ausgewählt werden.

Der Wettbewerb um Paarungspartner ist oft extrem hart, Känguru-Männchen zum Beispiel liefern sich heftige Faustduelle im Kampf um die Angebetete. Aber so brutal sie vorher boxen, so zärtlich sind sie danach in der Liebe und achten darauf, die wesentlichen kleineren Weibchen nicht zu verletzen.  

Aggressiver sind Delphine auf der Brautschau: Es kommt sogar vor, dass sich Männchen zusammen tun, um Weibchen zu bedrängen.

Wesentlich emanzipierter geht es bei den Seepferchen zu: bei ihnen brüten sogar die Männchen die Eier aus. Nach einem stundenlangen Lebestanz legt das Weibchen die Eier im Bauch des Männchen ab- das sich dann um den Nachwuchs kümmert.

Warum überhaupt Liebesrituale? Aus evolutionärer Sicht geht es um Überleben und Fortpflanzen. Der Wille zur Paarung ist die treibende Kraft: Ohne Sex wäre die Natur um viele ihrer schönsten Erscheinungsformen ärmer. Pflanzen würden nie blühen. Vögel nicht singen.

Bei der Partnerwahl gilt Charles Darwins Evolutionslehre vom Survival of the fittest. Was man aber nicht als Überleben des Stärkeren missverstehen darf. Nicht der kräftigste Überlebt, sondern derjenige, der sich am erfolgreichsten vermehrt. Und dafür gibt es viele Strategien    

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