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Schwarzspecht

Vogel des Jahres 1981

Mit 46 – 50 cm Gesamtlänge rund 300 g Gewicht ist der Schwarzspecht der größte einheimische Specht. Sein Brutgebiet erstreckt sich über die gemäßigten Bereiche ganz Eurasiens.

Bis auf die rote Kopfoberseite (Scheitel) und den kleinen dreieckigen Schopf am Hinterkopf der Weibchen sind Schwarzspechte gänzlich schwarz befiedert und kaum mit irgendeinen anderen Vogel zu verwechseln. Der 6 cm lange, kräftige Schnabel ist gelblich mit dunkler Spitze. Im Fluge unterscheiden sich Schwarzspechte durch ihren langen Hals und den spitzen Schwanz von Rabenvögeln. Ihr Flug ist nicht Wellenförmig wie bei den anderen Spechten

Lebensweise.

Ursprünglich bewohnten Schwarzspechte alte Laubholzbestände, wo sie in hohe Buchen und anderen großen Laubbäume in 6 – 10 m Höhe ihre Bruthöhlen ausmeißeln. In neuerer Zeit haben sich diese Spechte auch in Mischwälder und forstlich stark genutzten Nadelholbeständen ausgebreitet. Die Bruthöhlen werden oft auch in starkem, gesundem Holz von beiden Altvögeln ausgehauen; das Eingangsloch ist länglich (8 x 10 – 12 cm) und führt bis in die zu  60 cm tiefe und 20 cm breite Nistkammer. Gelegentlich sind die Höhlen auch  m tief. Schwarzspechte nisten zwar manchmal mehrere Jahre hintereinander in derselben Baumhöhle, bauen aber in der Regel jedes Jahr ein neues Nest. Für andere Vogelarten – Eulen, Dohlen, Enten und anderen Höhlenbrüter – sind Schwarzspechthöhlen willkommene Nistmöglichkeiten.

Der Boden der Bruthöhle wird von den Spechten nicht besonders ausgepolstert, bisweilen bildet ein dünnes Polster von Holzspänen die Unterlage für das aus 4 – 5 glänzend weißen Eiern (3,5 x 2,6 cm) bestehenden Gelege. Die Brutperiode beginnt in Mitteleuropa im April bis Mai; beide Partner brüten 12 – 14 Tage lang, wobei die Brutablösung nach einem festen Ritual abläuft. Auf Rufe des ankommenden Partners hin trommelt der brütende Vogel innen gegen die Innenwand, bis die Ablösung außen am Brutbaum darauf wartet, dass der Brutpartner die Nisthöhle verlässt. Die frisch geschlüpften Jungen sind unbeholfene, nackte und blinde Nesthocker, ihre Augen öffnen sich erst im Alter von 12 Tagen.

Beide Altvögel versorgen ihren Nachwuchs mit Insektennahrung, vorwiegend roten Waldameisen und Holzameisen sowie Käfern und deren Larven, die unter der Rinde und im Holz der Bäume oftmals großen Schaden anrichten. Der männlich Specht übernachtet bei den Jungen in der Höhle, bis sie mit 17 – 20 Tagen weitgehen selbständig geworden sind. Erst im Alter von 24 – 28 Tagen jedoch verlassen die jungen Schwarzspechte ihre Nisthöhle. Jung- und Altvögel streifen noch längere Zeit im Familienverband umher; bald werden die Jungen aber immer unverträglicher gegeneinander und ziehen aus dem Brutrevier weg. Auf derartigen Streifzügen entfernen sie sich bisweilen Hunderte von Kilometer von ihrem Geburtsort.

Feinde.

Seit Habichte selten geworden sind und auch der Marderbestand vielerorts stark zurückgegangen ist, gibt es für die wehrhaften Schwarzspechte kaum noch natürliche Feind. Ihr nutzen als Vertilger großer Mengen schädlicher Insekten ist für die Forstwirtschaft sicherlich größer als der Schaden durch das aushöhlen einiger Bäume. Die Schäden in Ameisenschutzgebieten können allerdings beträchtlicher sei.

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