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Schleiereule

Vogel des Jahres 1977

Neuen Arten der Schleiereulen, darunter auch die uns bekannte Schleiereule mit ihrer weiten Verbreitung, werden in einer Gattung Tyto zusammengefasst. Einige dar anderen Arten heißen im englischen Sprachgebrauch Graseulen, da sie bevorzugt in offenen, grasbestandenem Gelände leben. Der auch verwendete Name Barn – Owl (Scheuneneule) nimmt Bezug auf die Nistgewohnheiten von Schleiereulen. Affengesichtseulen, ebenfalls ein englischer Ausdruck, erklärt sich von selbst. 

Maskeneulen.

Die zweite Gattung dieser Familie umfasst nur zwei Arten, die Fratzeneule oder Rotbraune Maskeneule des indomalaiischen Raumes und die ihr nah verwandte Kongo – Maskeneule Afrikas. Beide Arten sind Bewohner des dichten Urwalds. Über die Afrikanische Maskeneule ist so gut wie nichts bekannt; es gibt bis jetzt auch nur ein einziges Belegexemplar. Die Rotbraune Maskeneule Asiens erreicht eine Länge von 29 cm, sie hat kurze Federohren und eine breite Stirnpartie, so dass das Gesicht fast dreieckig wirkt. Im hellen Gesichtsschleier fallen die kastanienbraunen Ringe um die Augen stark auf. Beide Geschlechter sehen äußerlich gleich aus. Diese Eulen leben rein nächtlich in dichten, immergrünen Wäldern bis Höhen von 1 500 m, am Tage ruhen sie in Baumhöhlen. Mit den kurzen, abgerundeten Flügeln können dich Maskeneulen gut im Astgewirr bewegen. Sie machen Jagd auf gro0e Insekten, Frösche, Eidechsen, aber auch kleine Säuger und Vögel, wie Untersuchungen an Speiballen ergeben haben.

Brut.

Von März bis Mai erbrüten diese seltenen Eulen 3 – 5 rein weiße, rundovale Eiere. Als Nistplätze, suchen sie ungepolsterte Baumhöhlen auf, die mehrere Jahre hintereinander benutzt werden. Einzelheiten der Brutbiologie sind nicht bekannt.

Schleiereule.

Die Schleiereule ist durch ihre Vorliebe für Kirchentürme, Ruinen und Scheunen als Nistplatz wohl eine der bekanntesten Eulenvögel Deutschland. In nicht von Menschen besiedelten Gebieten brütet sie noch in Felsennischen und Höhlen auch in hohen Bäumen. Diese 34 – 36 cm lange Eule ist durch den herzförmigen Schleier, die längeren Läufe und die (bei den meisten Unterarten) helle Unterseite von den eigentlichen Eulen deutlich unterschieden.

Die Gesichtsschleier sind nicht immer – wie bei ruhig gestimmten Tiere – weit ausgebreitet, sondern werden bei Beunruhigung zusammengezogen, so dass die Augen der Schleiereule nunmehr tief in regelrechten Falten verborgen sind. Während sie Beute zerteilen, legen die Schleiereulen die Federn im Gesicht weit zurück, wobei der Schleier immer Sauber bleibt. Der kräftige Schnabel ist dann gut sichtbar.

Brut.

Die Eier der Schleiereule sind im Gegensatz zu anderen Arten der Eulenvögel länglich bis elliptisch; die Gelegegröße schwankt je nach Nahrungsangebot während der Brutzeit (Beginn: Ende März bis April) zwischen 3 – 11 Eiern, meist sind es aber 4 – 6. Das Weibchen brütet vom ersten Ei an allein; es wird dabei von seinem Partner versorgt. Nach 30 – 34 Tagen schlüpfen die spärlich bedunten Jungen; nach 12 Tagen wechseln sie ihr erstes weißes Dunenkleid gegen ein dichteres und längeres zweites von überwiegend brauner Farbe. Beide Altvögel versorgen die Jungen, die etwa nach 60 Tagen flügge  und mit etwa 10 Wochen selbständig sind.

Lebensweise.

Schleiereule jagen im offenen Gelände bevorzugt Mäuse und andere Nager bis zu Rattengröße; die die mageren Jahre halten sie sich stärker an kleinere Wirbeltiere, große Insekten und auch an kleine Vögel. Unter kalten Wintern haben diese Eulen stark zu leiden; oft wird ihr Bestand dann stark gelichtet. Er erholt sich aber bald durch zahlreiche Nachkommenschaft im darauffolgenden Jahr. Falls besonders günstige Bedingungen herrschen, gelingt es diesen Eulen sogar, zwei Jahresbruten hochzubringen. Die Jungvögel unternehmen bisweilen recht weite Wanderungen; im Allgemeinen aber sind Schleiereulen Standvögel, die ihre Reviere über mehrere Jahre hinweg beibehalten. Auch bleiben die Partner länger miteinander verpaart.

Stimme.

Die Lautäußerung der Schleiereule sind nicht mehr mannigfaltig; bei der Balz lassen sie ein schnarchenden Ruf hören, bei Erregung klappern sie – wie viele Eulen – mit dem Schnabel, und von den Jungvögeln sind leise krächzende und zirpende Rufe bekannt. Junge, noch nicht voll befiederte Schleiereulen sind, misst man sie an menschlichen Schönheitsidealen, recht unattraktiv;  diese Tatsache drückt sich in manch geringschätzigen deutschen Redewendungen aus.

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