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 Rotmilan

Vogel des Jahres 2000

Der Rotmilan, auch Gabelweihe und Königsweihe genannt, brüten auf den Kapverdischen Inseln, im Westen Nordafrikas und in Europa (bis nach Südskandinavien und ostwärts bis Weißrussland, zur Ukraine und ans Schwarze Meer). Alte Brutvorkommen im kleinasiatischen Raum sind nicht mehr sicher nachgewiesen. Sichere Feldkennzeichen dieses langflügeligen Greifs sind sein tiefgegabelter, langer Schwanz (mindestens 30 cm und 5 cm tief eingekerbt) und das rostrote, kontrareiche Gefieder. 

 

Name und Verwandtschaft

Der Name Rotmilan stammt aus dem Französischen. volkstümlich wird er Gabelweihe genannt. Nächster Verwandter des Rotmilans ist der Schwarzmilan. Er gehört - wie Weihen, Bussarde, Altweltgeier und Adler - zur Familie der Habichtartigen.

Kennzeichen

Mit etwa 65 cm und einer beeindruckenden Flügelspannweite von bis zu 180 cm ist der Rotmilan etwas größer als ein Mäusebussard. Sein Gefieder ist bräunlich, der Kopf weißlich bis grau. Die Geschlechter sind äußerlich nicht unterscheidbar. Sein besonderes Kennzeichen ist der lange, gegabelte, rostrote Schwanz. Er fliegt in scheinbar "schwerelosem" Gleitflug, ähnlich einem Spielzeugdrachen

Nahrung

Zur Beute des Rotmilans zählen Mäuse, Feldhamster, Vögel, Fische und Aas (z.B. Straßen- oder Mähopfer). Auch Müllkippen sind für ihn Anziehungspunkte.

Lebensraum

Der Rotmilan ist in offenen, abwechslungsreichen Landschaften zu finden, da er seine Beute aus der Luft erspäht.

Fortpflanzung

Der Rotmilan baut seinen bis zu ein Meter hohen Horst in Bäumen - oft in über 20 m Höhe. Zum Teil wird dieser dann noch mit Papier, Lappen und Plastik "verziert". Brutbeginn ist Anfang bis Mitte April, Brutdauer im Durchschnitt 33 Tage. Sein Gelege besteht aus 2-3, selten 4 Eiern. Nach einer Nestlingszeit von etwa 6 bis 8 Wochen werden die Jungvögel flügge, bleiben allerdings noch weitere 4 Wochen im Familienverband.

Verbreitung

Der Rotmilan ist in Europa südlich des 60. Breitengrad (ab Südschweden) verbreitet. Bei uns gilt er ursprünglich als Zugvogel mit Winterquartier in Frankreich, Spanien oder Portugal, seltener Nordafrika. Seit den 60er Jahren überwintert er zunehmend auch in Deutschland.

Bestand

Vom Weltbestand (max. 25.000 Paare) lebt mehr als die Hälfte in Deutschland, davon 2/3 in Ostdeutschland. Sein Bestand hat gebietsweise deutlich abgenommen. Nur sehr vereinzelt werden auch Zunahmen registriert.

Gefährdung

Der Rotmilan ist besonders durch Intensivlandwirtschaft gefährdet, hier vor allem durch die vermehrte Anwendung von Pestiziden, besonders Rodentiziden (Rückgang an Nagetieren, aber auch direkte Vergiftungen). Es hat sich außerdem gezeigt, dass er sehr viel häufiger als andere (Greif-)vögel an Windkraftanlagen verunglückt, in deren Nähe er offenbar bevorzugt nach Beutetieren sucht. Auch an Straßen, Bahnlinien und Stromtrassen zählen Rotmilane zu regelmäßigen Opfern. 2002 wurde der Rotmilan in die Vorwarnliste der neuen Roten Liste gefährdeter Brutvögel in Deutschland aufgenommen.

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