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Tanz der Phantome

 Brydewale zählen zu den am wenigsten erforschten Lebewesen der Erde – Wale, die den Forschern noch immer nichts als Rätsel aufgeben.

Es gibt 80 Walarten auf der Erde, und über all diese Arten wissen wir etwas. Wir kennen Basisdaten oder sogar ganze Details aus dem Lebenszyklus  der Tiere, wissen um ihre Wanderrouten, ihre Reviere, ihre Überlebensstrategien. Der Brydewal ist anders. Er entzieht sich allem. Bis heute existiert kaum gesichertes Wissen über diese Wesen; sie wurden niemals Erforscht, selten beobachtet; nur zufällig einmal fotographiert. Brydewale lassen dich nicht ausspionieren. Sie sind die einzigen ihrer Art, deren Verhalten so unberechenbar ist und deren Leben so wenig Routine kennt, dass sie für uns bis heute kaum aufspürbar sind.

„Brydewale zählen zu den Furchenwalen“, erklärt der Biologe Lester Strong. „Das sind in der Regel eher gemütliche Zeitgenossen, die sich überwiegend von Plankton und kleinen Meerestieren ernähren, indem sie Meerwasser durch ihr Maul filtern.“  Dabei verdreifacht der Kehlsack sein Volumen, und der Wal nimmt innerhalb weniger Sekunden mehr Wasser auf, als sein eigenes Körpergewicht entspricht.

Das Auspressen des Wassers dauert fast eine Minute – es ist so anstrengend, dass die Giganten maximal 15 Minuten tauchen können, bevor sie Luft holen müssen. So zumindest verhält es sich bei herkömmlichen Furchenwalen – die Brydewale hingegen haben ein ganz eigenes Verhalten entwickelt: „Sie filtern nicht nur Wasser – sie jagen auch“, sagt Strong. „Und zwar, indem sie Fische in Netzen aus Luftblasen fangen. Dieses Verhalten wurde bisher nur bei Orcas beobachtet.“

Und das ist nicht der einzige Trick, denn die 14 – Meter – Giganten auf Lager haben: „Vor Kalifornien wurden Exemplare gesichtet, die aus dem Wasser sprangen, um Beute zu machen“, so der Forscher. „Auch dieses Verhalten ist bei Furchenwale unbekannt.“ Wie eigentlich alles, was Brydewale so einstellen so anstellen: sie schwimmen mal alleine, mal paarweise, mal in Schulen. Einige unternehmen Wanderungen, manche bleiben ihr Leben lang im selben Gewässer. Es wurden Brydewale gesichtet, die kaum fünf Minuten tauchten und etliche, die fast eine halbe Stunde unter Wasser verbrachten.

Mittlerweile glauben einige Forscher sogar, dass die Tiere einfach bestimmte Verhaltensmuster besonders erfolgreicher Artgenossen kopieren. Auch das wäre einzigartig, versteht sich. Und irgendwie passend für diese Wale, die sich so geschickt allen neugierigen Blicken entziehen. Wir wollen es ihnen gönnen: Brydewale zählen bis heute zu den wenigen ihrer Art, deren Bestand nicht Bedroht ist. Zumindest das wissen wir – ganz sicher.

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