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Haubentaucher

Vogel des Jahres 2001

Größte Lappentaucher Europas und wohl auch die bekannteste Art ist der 48 cm große Haubentaucher. Im Brutkleid trägt er einen rostbraunen und schwarzen Kragen oder Backenkragen sowie einen zweiteiligen schwarzen Schopf. Beide Geschlechter unterscheiden sich äußerlich nicht. Die Weibchen bleiben meist etwas kleiner als männliche Haubentaucher.

Verbreitung.

Haubentaucher sind weit in Eurasien, Afrika, Australien und Tasmanien  sowie in Neuseeland verbreitet. Die einzelnen Unterarten unterscheiden sich nur geringfügig,

Lebensraum.

In Mitteleuropa brüten Haubentaucher an nicht zu tiefe, stehende Gewässer, wo sie im Schilfdickicht flacher Uferzonen ihr manchmal frei schwimmendes Nest, aus verrottetem Pflanzenmaterial errichten. In Osteuropa  nisten sie jedoch auch an Brack- und Salzgewässern, deren Ufernvegetationen mitunter nur sehr niedrig sind. Auch  im Bereich der Ostsee brüten Haubentaucher an der Küste, mitteleuropäische Populationen  ziehen nur kurze Strecken oder Überwintern vor Ort, während Tiere aus Nord- und Osteuropa bis in den Mittelmeerraum, nach Nordafrika und Vorderasien wandern. Haubentaucher bevölkern auch Meeresküsten, Stauseen sowie kleine Weiher und Tümpel.

Fortpflanzung.

Das Brutpaar grenzt sein Revier ab und baut auch das Nest gemeinsam, normalerweise dauert dies  6 – 8 Tage. Das Nistmaterial wird hochgetaucht oder an der Wasseroberfläche der näheren Umgebung gesammelt. Das Paarungsvorspiel der Haubentaucher findet auf der offenen Wasseroberfläche statt, die Begattung dagegen wird auf dem Nest vollzogen.

Das Gelege besteht aus 2 – 6 Eiern, die von beiden Altvögeln 25 – 29 Tage lang bebrütet werden. Beim Verlassen des Nestes decken Haubentaucher ihre Eier mit Nistmaterial zu. Die frisch geschlüpften Jungen sind kurz und nicht sonderlich dick bedunt. Als ausgesprochene Nestflüchter können sie bereits vom ersten Lebenstag an schwimmen und sogar tauchen, sofern Gefahr dies Notwendig macht in der Regel aber tragen die Altvögel ihre Jungen während der ersten 20 Tagen im Rückengefieder umher! Von da an nehmen junge Haubentaucher schon selbstständig Nahrung zu sich, werden aber insgesamt 10 – 11 Wochen von den Eltern geführt. Bei zahlreicher Nachkommenschaft ziehen beide Altvögel unabhängig voneinander je eine Gruppe Jungvögel auf. Da Haubentaucher häufig zwei Jahresbruten aufziehen (die Brutperiode beginnt zeitweise schon Mitte März und währt bis Ende September) beteiligen sich die Jungvögel der ersten Brut bisweilen am Führen der jüngsten Nachkommenschaft.

Junge Haubentaucher sind besonders durch Raubfische gefährdet. Auch führen Störungen am Nest häufig zum Verlassen von fast fertig ausgebrüteten Eiern, sobald die ersten Jungen geschlüpft sind.

Ernährung.

Die Nahrung dieser Lappentaucher setzt sich überwiegend aus kleinen, für den Menschen wirtschaftlich uninteressant Oberflächenfische, Insekten und ihren Larven, Krebsen sowie gelegentlich Amphibien zusammen. Hauptsächlich (zu 70 %) erbeuten Haubentaucher kleine Weißfische und Flussbarsche (rund 30 %) von 16 cm bzw. 13 cm durchschnittlicher Länge. Diese Vögel deshalb als Fischereischädlinge abzustempeln, zu verfolgen und nicht unter gesetzlichen Schutz zu stellen, erscheint anhand der vorliegenden Daten als verfehlt.

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