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Habichte

Vogel des Jahres 2015

Diese Unterfamilie der Greifvögel umfasst 45 – 52 Arten, die mit Ausnahme Neuseelands und einiger pazifischer Inseln weltweit verbreitet sind. Habichte haben breite, abgerundete Flügel, einen langen Stoß (Schwanz) und lange Läufe (Beine) mit kräftigen entwickelten Krallen. Die weiblichen Vögel werden deutlich größer als männliche Habichte.

Lebensweise.

Habichte sind sehr geschickte, schnelle und wendige Flieger, sie erbeuten daher auch ohne große Mühe Vögel im Fluge. Überwiegend jedoch jagen Habichte am Boden sitzende Tiere, die sie aus einem dicht über die Erde hinführenden Pirschflug heraus – überraschen. Ringeltauben und Kaninchen sind die häufigsten Beutetiere, aber auch kleinere Säuger und Vögel, darunter besonders Elstern, Häher und Krähen, werden von unserem einheimischen Habicht geschlagen. Gelegentlich gehören auch Mäusebussarde oder andere Habichte (meist ins Revier eines Brutpaares eingedrungene Männchen = Terzel) zur Beute. Die größeren weiblichen Habichte fangen gelegentlich auch mal einen Hasen, ansonsten größere Vögel wie Fasanen oder Birkhühner.

Viele Singvögel und besonders die Krähen reagieren daher auf einen überfliegenden Habicht sehr heftig (weitaus stärker als z. B. einen Bussard) und hassen oder verfolgen den gefürchteten Feind.

Kleinere Arten der Unterfamilie darunter auch der Sperber, machen hauptsächlich Jagd auf kleinere Vogelarten.

Beizjagd

In der Falknerei werden Habichte besonders gerne als Beizvögel eingesetzt. Anders als bei Beizfalken, die hoch aus der Luft im schnellen Flug ihre Beute fangen und daher im offenen Gelände eingesetzt werden, jagen Habichte in unübersichtlicheres Gebiet, ja sogar in Wälder. Selbst große Kraniche und Reiher können von abgerichteten Habichten getötet werden. Besonders bei asiatischen Völkern wurden daher Beizhabichte zur Jagd auf dieses vornehme Wild benutzt.

Gefährdung

Viel gefährlicher als ihren wenigen natürlichen Feinde – große Eulen (Uhu) und Greifvögel (z. B. Seeadler)  - werden den Habichtarten in dicht bevölkerten Gebieten die Vorurteile, des Menschen und die zunehmende Verseuchung der Umwelt mit Insektengiften. Greifvögel, wie die Habichte und Falken neben vielen sogenannten schädlichen Tieren auch kleinere Singvögel und sogar ab und an Hausgeflügel schlagen, wurden ja allzu lange und werden leider heute noch als Raubzeug abgeschossen, der Eier im Nest beraubt oder vergiftet.

Habicht.

Unser 50 – 60 cm großer Habicht bewohnt abwechslungsreiche Landschaften Eurasiens (bis nach Japan), Nordafrikas und Nordamerikas (bis nach Mexiko). Habichtsterzel haben die gleiche Gefiederfärbung wie weibliche Tiere, bleiben aber mit einem Höchstgewicht von 1,1 kg gegenüber 1,5 – 1,6 kg bei den Weibchen deutlich kleiner (nordeuropäische Tiere, mitteleuropäische Habichte sind maximal 0,9 kg bzw. 1,3 kg schwer).

Ernährung.

Die Nahrungsreviere von Habichten haben während der Brutzeit einen Durchmesser von etwa 5 km; bei schlechten Wetter und bei schlechten Beuteangebot können sie aber jedoch auch viel weitläufiger sein. Der tägliche Nahrungsbedarf eines Tieres liegt bei 160 – 180 g: während etwa der 50 Tage währenden Nestlingszeit beträgt der Gesamtverbrauch eines Brutpaares mit seinem Nachkommen durchschnittlich 276 Beutetiere mit einem Gesamtgewicht von 57 kg. Bis die Jungvögel selbstständig werden (etwa 70 Tagen), müssen die Eltern 360 Tiere (mit 74,5 kg Fleisch!!) herbeischaffen.

Fortpflanzung.

Ihren Horst erbauen Habichte in alten, hohen Bäume am Rand größerer Waldlandschaften oder an Schneisen, Flussläufen oder Lichtungen, so dass sie ungehindert dich über den Boden an- und abfliegen können. Nur zur Balzzeit (März bis April, gelegentlich auch schon in Februar) unternehmen beide Partner hohe Balzflüge, wobei der Terzel mit angelegten Flügeln steil emporschießt und seine weißen Unterschwanzfedern spreizt (flaggen). Auch Sturzflüge mit mehreren hundert Metern Höhenunterschied sind nicht selten. Die Kopulation erfolgt meist auf einem Baum in Horstnähe.

Habichte sind monogam, sie behalten das Brutrevier meist ein lebenslang bei, wobei jedoch der Horststandort oft wechseln kann (mehrere Wechselhorste). Gelegentlich verwenden Habichte Nestanlagen anderer Vogelarten als Unterlage für den aus Reisig und mittelstarken Astwerk errichteten Horst. Alte, oft ausgebaute Nester können 1 m hoch und über 1 m breit sein. Beide Partner beteiligen sich am Nestbau; während der Brut- und Nestlingszeit wird der Horst noch weiter ausgebaut.

Das Gelege besteht aus 3 bis 4 Eier, die überwiegend vom Weibchen in 35 – 41 Tagen ausgebrütet werden. Der Terzel schafft währenddessen Beute herbei und übernimmt nur selten (1 – 2 Stunden lang) das Brutgeschäft.

Durch Menschen verschuldete Störungen bleiben etwas 25 %, teilweise über 40 %, der Brutversuche erfolglos. Können Habichte aber in Ruhe brüten, so verlassen sie in der Regel 2 – 3 Junge das Nest.

Die Nestlingsdauer beträgt 36 – 40 Tage, nach weiteren 3 – 6 Tagen sind die Jungen voll flugfähig, bleiben aber noch in Horstnähe. Nach insgesamt 50 Tagen beginnen sie selbstständig zu jagen. Im Alter von 70 Tagen schließlich sind sie völlig eigenständig.

Geschlechtsreif werden Habichte schon mit Beginn des 2. Lebensjahrs; der älteste (bekannte) wildlebende Habicht erreichte 19 Jahre, in Gefangenschaft wurden Habichte über 20 Jahre alt.

Durch die schon genannten Gründe ist der Hühnerhabicht in ganz Mitteleuropa immer seltener geworden. Er verdient als wichtiger Regulationsfaktor, im ökologischen Gefüge der Natur unbedingten Schutz.   

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