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Goldregenpfeifer

Vogel des Jahres 1975

Nasse Moorlandschaften, Heidegebiete und Tundren von Island, den Färöern, den Britischen Inseln und Skandinavien bis nach Sibirien sind die Brutgebiete des Goldregenpfeifers. Zum Überwintern ziehen die Vögel ins Mittelmeergebiet, nach Nordafrika und Vorderasien, die Vögel der britischen Inseln sind wohl nur Teilzieher.

In Deutschland sind Goldregenpfeifer als Brutvogel selten geworden (nur noch lokal in Niedersachsen), auf dem Durchzug rasten sie aber noch – gelegentlich auch in größeren Scharen – auf Äckern und an verschlammten Ufern. Torfabbau und Trockenlegung der Brutgebiete sind wohl der Hauptgrund für den Rückgang dieses Regenpfeifers.

Gestalt.

Auf der Rückseite sind die bis zu 28 cm großen Goldregenpfeifer dunkel mit gold – gelb – grünen Flecken gezeichnet,  die Unterseite ist im Brutkleid schwarz, im Ruhekleid aber eher weißlich gefärbt. Die nördliche Unterart unterscheidet sich durch ihre schwarzen Wangen und die schärfer abgesetzte Bauchfärbung von südlichen Populationen.

Fortpflanzung

Goldregenpfeifer beginnen in südlichen Gebieten schon Ende März bis April, weiter nördlich bis Juni, mit der Brut. Die Männchen vollführen, besonders am Morgen, Balzflüge über ihren Nistplatz, wobei sie melodische Rufe ausstoßen. Je nach Umgebung ist das Bodennest mehr oder minder umfangreich aus Pflanzenstoffen errichtet. Überwiegend das Weibchen erbrütet 27 – 28 Tage lang die 3 – 4 Eier, betreut werden die Jungen aber von beiden Altvögeln etwa 1 Monat lang. Die Nestflüchter haben ein Unterseitig  weißes Dunenkleid, das oben leuchtend gold – grüngelb gezeichnet ist. Doch gegenüber dem fahlen Gras und den blühenden Heidebüschen in der Umgebung seines Nestes hebt sich der junge Regenpfeifer kaum vom Hintergrund ab.

Nahrung.

Als Nahrung bevorzugen Goldregenpfeifer Insekten und deren Larven, Würmer Schnecken und kleine Krebstiere, aber auch Beeren nehmen sie gerne auf.

Kleiner Goldregenpfeifer.

Der nur 25 cm große Vogel bewohnt in zwei Unterarten die Tundren Sibiriens, Alaskas und Kanadas. Bis zur Tajmyr – Halbinsel überschneiden sich sein Verbreitungsgebiet mit dem des Goldregenpfeifers.

Wanderzüge.

Zum Winter hin ziehen kleine Goldregenpfeifer der westlichen Unterart südostwärts entlang der Atlantikküste der USA über die Saragossa – See und die Kleinen Antillen an die Nordostküste Südamerikas. Die allgemein eingebürgerte Auffassung, das die gesamte Strecke im Nonstopflug zurückgelegt würde, trifft nicht zu: selbst Altvögel legen einige wenige Rasten an der Küste ein, Jungvögel erscheinen aber auch im Inland der USA, ziehen also nicht den ganzen Weg über das offene Meer. Die Überwinterungsgebiete liegen südwärts bis Bolivien, Südbrasilien, Paraguay, Uruguay und Nordargentinien. Auf dem Rückweg fliegen die Regenpfeifer über die Karibik und entlang der Pazifiküste Mittelamerikas, um den Golf von Mexiko zu überqueren und über das Flussgebiet  des Mississippi und die Prärien hinweg nach Norden zu ziehen.

Die etwas kleinere östliche Unterart zieht noch viel weitere Strecken bis nach Hawaii und Polynesien sowie bis zu den Aukland – Inseln, nach Australien, Indonesien, Malaysia, den Philippinen, Indien, Burma, Pakistan und  Südchina. Auch auf den Seychellen, auf Madagaskar und an der Ost- und Südküste Afrikas sind die Wanderregenpfeifer ziemlich regelmäßige Durchzügler.

Irrgäste wurden z. B. aus Maine (USA) sowie von den Galapagos – Inseln, aus Chile und selbst aus Nordafrika, Südeuropa und Skandinavien gemeldet. Auch in Grönland wurden Kleine Goldregenpfeifer der östlichen Unterart viermal gefunden. Während des Zugs und in den Winterquartieren passen sich die Vögel sehr unterschiedlichen Lebensräumen an, auf Hawaii bevölkern sie selbst Berglagen von 3 000 m und mehr.

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