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Europas schönstes Ende

Das Sotavento im Osten der Algarve gehört zu den letzten Geheimtipps des Kontinents. Jetzt haben Billigflieger die Traumküste entdeckt. Also schnell hin, bevor alle kommen!

Zuerst ist die Einsamkeit fast unheimlich. 18 Kilometer zieht sich der Strand von Manta Rota. Niemand da – außer Pinien, Dünen und dem Atlantik. Kein Hotel, kein Auto. Nur die eigenen Spuren im Sand. Wenige Kilometer landeinwärts sind Olivenhaine zu sehen. Es duftet nach Rosmarin und Lavendel. Hummeln sind die einzigen Krachmacher weit und breit.

Sotavento heißt dieser Küstenabschnitt mit den einsamen Stränden an der Algarve, dem südlichen Zipfel Europas in Portugal. Er befindet sich östlich von Faro, an der Grenze zu Andalusien und ist so einfach zu erreichen wie nie: Ryanair fliegt von Frankfurt in zwei Stunden für 60 Euro nach Faro und zurück. Hier warten Naturwunder wie die Ria Formosa, ein 60 Kilometer langer Nationalpark entlang der Küste, mit riesigen Dünen und blauen Lagunen, Schilfgräsern und Muschelfelder. Er erinnert an das Wattenmeer der Nordsee. Denn auch hier verändern die Gezeiten die Formen der vorgelagerten Inseln ständig. Ria Formosa ist die Heimat von 180 Vogelarten, darunter das seltene Purpurhuhn, Wildgänse, Flamingos, Störche, Löffelreiher. Die weißen Strände wurden bis Anfang der Siebzigerjahre noch von den Wasserhunden „bewacht“. Der Cao de Aqua, eine Art Riesenpudel mit Schwimmhäuten, war der beste Freund der Fischer. Er bewachte  die Boote und den Fang, konnte Fischschwärme riechen, gab seinem Herrchen dann das Signal zum Auswerfen der Netze. Navigationsgeräte machten die Wasserhunde allerdings arbeitslos. Ein Exemplar aber ist weltberühmt: Bo, der Weiße – Haus – Hund von Familie Obama. Keine 20 Kilometer weiter, bei Estoi, ist die Algarve wieder wild und zerklüftet. Noch gebirgiger: die Sera de Monchique,  wo Mimosen, Heidekraut, Oleander und Magnolien wachsen. Der Berg Foia zieht sich auf 902 Meter Höhe, Eselpfade führen ins Nirgendwo. Die Korkeichen hier haben 250 Jahre und mehr „auf den Ästen“ und zählen zu den ältesten weltweit. Unterhalb des Ortes Monchique sprudeln warme Quellen aus dem Vulkangestein. Gut für die Haut und entspannend für die Muskeln. Schon Kelten, Römer Und Portugals Könige badeten hier.

Joao Ministro, Ex - Basketballprofi und Tourismus – Experte, weiß um die Einzigartigkeit des Sotaventos: „ Mich hat die Stille, das Bodenständige vor einem Wettkampf immer geerdet. Mir die Augen geöffnet für das, was wirklich zählt im Leben: Nicht Siege sammeln, sondern Glücksmomente.“ 1994 kommt ihm die Idee der „Via Algarviana“  - ein 300 Kilometer langer Fernwanderweg soll das Hinterland der Algarve durchziehen. Er trommelt Geld zusammen, markiert Routen, sucht Unterkünfte. Jetzt führt der Weg in 14 Etappen von Alcoutim bis zum Kap Sao Vicente. „Wer mag, läuft nur ein paar Stunden, wer mehr Zeit hat, die gesamte Strecke“, sagt Joao. Sie führt an Dörfern wie Furnazinhas vorbei, an Bauernhöfen und durch Eukalyptuswälder. Ganz in der Nähe, an der Küste, liegt Tavira. Die Einheimischen nennen es „Venedig der Algarve“ – wegen seiner vielen Kanälen. An den Sandstränden kreiert die Natur ein besonderes Meisterwerk: Meersalz. „Salzblüte“ heißen die Kristalle, die sich bei Windstille absetzen. Stunden später werden sie mit Sieben geschöpft und an der Sonne getrocknet. Sie sind das edelste und gesündeste aller Meersalze. Der Supermarkt auf dem Rückweg nach Faro hat es im Angebot. Ja, bei all der Einsamkeit gibt es auch Geschäfte mit Artikeln des täglichen Bedarfs. Noch hält sich die Zahl der Touristen in Grenzen. Aber lange kann die Schönheit des Sotaventos kein Geheimnis bleiben.

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