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Eisvogel

Vogel des Jahres 1973 und 2009

Der Europäische Eisvogel kurz Eisvogel genannt, ist der einzige europäische Vertreter der artenreichen Familie Eisvögel deren Hauptverbreitungsgebiet im südostasiatischen und australischen Raum liegt. Er ist in neun Unterarten in Europe bis nach Asien zu finden

Gestalt.

Mit seiner metalisch blau bis blaugrün glänzende Oberseite, seiner weißen Kehle, der rötlichen Unterseite und den ziegelroten Beinen ist der etwa 17 cm große Eisvogel zweifellos einer der farbenprächtigsten Vögel seines Verbreitungsraumes.

Lebensweise.

Trotzdem wird er oft übersehen, weil er entweder am Rande eines Gewässers im Geäst sitzt, um von dort aus pfeilschnell zum Beutefang in das Wasser zu tauchen oder weil er ebenso schnell und geradlinig über die Wasseroberfläche dahinsaust. Nur manchmal hält er sich auch rüttelnd an der Wasseroberfläch auf, bis er seine Beute packt. Mit dem Fisch im Schnabel kehrt er meistens zu seinem alten Standort zurück. Hier wird der Fisch erst zurecht gerüttelt, bevor er herunter geschluckt wird. Stichlinge schlägt er so lange auf einen Ast, bis die Stacheln abgebrochen sind. Oft hört man nur sein hohes Pfeifen, das er im Fluge ertönen lässt.

Der Eisvogel liebt klares Wasser. Die zunehmende Verschmutzung der Gewässer drängt die Vögel aus ihrem Lebensraum. Auch strenge Winter dezimieren den Bestand stark, den der Eisvogel ist ein Standvogel und auf den Beutefang auf eisfreien Stellen in den Gewässern angewiesen. Wenn alles zugefroren ist, muss er verhungern. Obwohl die Vögel die ziemlich großen Reviere sonst energisch verteidigen, kann man an solchen Futterstellen im Winter auch kleinere Gruppen von Eisvögeln entdecken. Fischzuchtanstalten sind ein ideales Nahrungsreservoir, weshalb der Eisvogel bei den Züchtern mit gemischten Gefühlen betrachtet wird. Er sammelt hauptsächlich kleine und kranke Fische aus den Schwärmen heraus, hat aber doch einen gewaltigen Appetit. So hat man ihn bedauerlicher Weise gerade an Fischteiche stark bekämpft. Die Zahl der Brutpaare in Deutschland ist erheblich abgesunken. Wird das Futter knapp, weicht der Eisvogel auch auf andere Beutetiere wir kleine Krebse, Reptilien und Wasserinsekten aus.

Fortpflanzung.

Im Frühjahr beginnt die Balz, das Männchen trägt seinen Lockgesang vor und bietet einem herbeigerufenen Weibchen solange Fische an, bis es paarungswillig ist. Das Nest, einen regelrechten Erdbau, baut das Paar gemeinsam, meist an Steilufern über langsam fließenden Gewässern, manchmal auch in größere Entfernung vom Wasser und in Ausnahmefällen sogar in einem Mauerloch. Zunächst mit dem Schnabel, dann mit den Füßen wird ein 30 – 100 cm langer Erdgang in die Steilwand gegraben, der an seinem Ende zu einer Nisthöhle erweitert wird. Die Nistkammer wird nicht ausgepolstert, aber nach und nach mit ausgewürgten Greten und anderen Nahrungsresten ausgelegt.

Ab April bis Juni oder Juli legt das Weibchen die 6 – 8 (selten bis 10) weißen und stark glänzenden Eier. Beide Partner brüten 19 – 21 Tage lang, bis die noch nackte Junge schlüpfen. Die Nesthocker müssen noch 23 – 27 Tage von den Eltern versorgt werden, bis sie ausfliegen. Dann aber müssen sie das Fischefangen erst selber mühsam erlernen. Weil sie im Anfang noch ungeschickt sind, gehen dabei zahlreiche Jungtiere nach zahlreichen Versuchen elend zugrunde. Die anderen vereinzeln sich bald, auch die Eltern trennen sich wieder, wenn nicht in der gleichen Nistkammer eine zweite Brut hochgezogen wird. Eisvögel halten das Nest nicht sauber, so dass es schon lange vor dem Ausfliegen einen üblen Geruch ausströmt. Die Altvögel können daher in der Fütterungszeit oft dabei beobachtet werden, wie sie beim Beutefang ihr Gefieder reinigen.

Aufgrund ihrer Schönheit wurde der Eisvogel Gegenstand zahlreicher alten Sagen und Legenden, im Volksmund wird er auch fliegender Edelstein oder das Juwel der Binnengewässer genannt.

Andere Arten.

Vergleichbare Verhaltensweisen haben noch die anderen fischenden Arten der Gattung Königs- oder Gürtelfischer, unabhängig davon, ob sie an südamerikanischen Urwaldflüssen, in Afrika oder in Südostasien beheimatet sind. Morphologisch bilden die Dreizeheneisvögel eine Ausnahme, da ihre Füße nur zwei Vorderzehen haben. Sie sind klein (13 cm Körperlänge) und leben in den Tropengebieten der orientalischen Region.

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