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Das Geheimnis des Regenwaldes

Von wegen Grüne Hölle: Für Abermillionen Tieren und Pflanzen sind die üppigen, immergrünen Regenwälder rund um den Äquator ein Paradies.

Sagenhafte drei  Billionen Bäume wachsen Laut einer Schätzung der vereinten Nationen auf der Erde, doch nirgendwo sonst gibt es so viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten, wie in den Regenwäldern. So finden sich auf nur einen Hektar Fläche bis zu 250 verschiedene bi zu 70 Meter hohe Baumarten-die wiederum Lebensgrundlage für Millionen andere Pflanzen und Tiere sind. Forscher vermuten, dass 70 bis 90 Prozent aller Landlebewesen in tropischen Wäldern zu Hause sind, insgesamt bis zu 30 Millionen Tier- und Pflanzenarten, von denen bis heute bei Weitem noch nicht alle entdeckt sind. Grund für diese unglaubliche Vielfalt sind unterem anderen die perfekten Lebensbedingungen: Die Temperaturen bewegen sich stets zwischen 20 und 28 Grad Celsius, es gibt praktisch Keine Jahreszeiten und immer ausreichend Wasser.

Auf einem Hektar Fläche im Amazonas findet man ungefähr dieselbe Anzahl unterschiedlicher Tier- und Pflanzenarten wie in ganz Deutschland. Darunter etwa Aras und Paradiesvögel, die die hellen Wipfel der Urwaldriesen bevölkern, Affen und Faultiere in der Kronenregion und –je nach Kontinent-Tapire oder Gürteltiere im schattigen Dickicht. Der Fantasie der Natur scheinen in dieser Region der Erde keine Grenzen gesetzt: Zwischen Lianen, Farnen und Baumriesen tummeln sich Frösche in Knallfarben, fliegenden Schlangen und Echsen, die übers Wasser laufen. Darüber hinaus sind die Regenwälder auch unmittelbare Lebensgrundlage für indigene Völker und lokale Gemeinschaften, die zum Teil schon seit Jahrhunderten dort leben.

Doch der Lebensraum aller Regenwaldbewohner ist massiv bedroht: laut der Umweltorganisation WWF droht der Erde bis zum Jahr 2030 ein Waldverlust von bis zu170 Millionen Hektar-fast die fünffache Fläche Deutschlands. In seinem Living Forrests Report zeigt der WWF elf entwaldungsfronten auf der ganzen Welt auf, an denen mit dem größten Verlust zu rechnen ist. Die meisten dieser Brennpunkte liegen in den Tropen. Vor allem im Amazonas, im Kongobecken und in Indonesien drohen massive Waldverluste. Die Gründe für die Entwaldung sind vielfältig und variieren von Region zu Region. Der mit Abstand wichtigster Faktor ist die industrielle Landwirtschaft. Insbesondere Viehhaltung und der Anbau von Palmöl und Soja in riesigen Monokulturen verschlingen immer größere Flächen. Besonders in Indonesien spielen auch die Abholzung von Naturwäldern für die Holz- und Papierproduktion eine große Rolle. Dazu kommen der Anbau von Bodenschätze und Infrastrukturprojekte in zuvor unberührten Gegenden, die einer weiteren Zerstörung wiederum Vorschub leisten.

Die aus der Entwaldung gewonnenen Produkte landen zum großen Teil in Europa. Die Konsequenzen der Abholzung sind weitreichend: Die Waldverluste heizen den Klimawandel weiter an. Allein in den Tropen sind rund 990 Gigatonnen Klimawirksamer Treibhausgase gefunden. Das entspricht mehr als dem Tausendfachen der jährlichen Emissionen Deutschland, die durch Abholzungen nun in die Atmosphäre entlassen werden.

Doch es gibt Hoffnung, denn noch ist der Prozess zu stoppen. Als ein erfolgreicher Baustein hat sich die Ausweisung von Schutzgebieten in die gesetzliche Verankerung des Waldschutzes in den Tropenländern herausgestellt. Und auch außerhalb der Tropen muss gehandelt werden: Investitionen müssen auf ihre Naturverträglichkeit überprüft werden und das Konsumverhalten der Menschen in den Industrie- und zunehmend auch in Schwellenländern muss sich ändern. Denn neben Wirtschaft und Politik ist auch jeder einzelne gefragt. So kann etwa mit bewussterem Fleischkonsum der Import von Soja-Futtermittel reduziert werden. Nur mit einem gemeinsamen Kraftakt kann der Lebensraum von Flora und Fauna erhalten werden-damit die Welt nicht bald ohne Wald auskommen muss.

Höher, schwerer, weiter: BAUMREKORDE

Wurzelwerk, Stamm und Krone können erstaunliche Dimensionen erreichen.

Das Zitterpappel-Wurzelsystem Im US-Bundesstaat Utah hat es auf eine Fläche von über 43 Hektar gebracht und ist mit einem Gesamtgewicht von 6000 Tonnen das schwerste und größte Lebewesen der Erde.

 Der Arbol de Tule (Baum von Tule) ist der dickste Baum der Welt. Das 1400 bis 1600 Jahre alte Exemplar einer mexikanischen Sumpfzypresse hat an der breitesten Stelle einen Stammdurchmesser von 14,05 Meter und wiegt 636 Tonnen.

Der Hyperlon, ein kalifornischer Küstenmammutbaum, bringt es auf eine Höhe von 115,55 Metern. Knapp dahinter liegt der Stratosphere Giants mit 112,87 Meter. Beide Giganten stehen im Redwood-Nationalpark in Kalifornien.

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