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Der Buntspecht

Vogel des Jahres 1997

Der Buntspecht repräsentiert als Waldvogel all jene Tierarten, denen der Rückgang der naturnahen Wälder zu schaffen macht. Lebendige Wälder statt eintönige Forsten, so die Botschaft hinter der Wahl zum Vogel des Jahres 1997.

Name und Verwandtschaft

Der Buntspecht ist einer von neun heimischen Vertretern der Familie der Spechte.

Kennzeichen

Der mit 22 bis 23 Zentimetern etwa amselgroße Buntspecht verdient den Namen durch sein farbenfrohes schwarz-weiß-rotes Gefieder. Sein Rücken ist schwarz mit großen weißen Schulterflecken, die Unterseite grauweiß mit roten Unterschwanzdecken. Während der Kopf bei beiden Geschlechtern markant schwarzweiß ist, besitzen erwachsene Männchen zusätzlich einen scharlachroten Nackenfleck, juvenile Weibchen und Männchen einen roten Scheitel.

Lautäußerungen

Der häufigste Ruf der Spezies ist ein hohes scharfes „kix“, das bei Erregung in dichter Folge ertönt. Vor allem bei Alarm in Nestnähe erklingen aggressive tiefere Rufreihen aus „Kreck“-Lauten. Unliebsame Artgenossen werden mit einem schnarrenden Geräusch begrüßt. Unverwechselbar ist der Specht außerdem durch sein Nestzeigeverhalten – ein demonstratives Klopfen. Bei Männchen dauert der Trommelwirbel etwa zwei Sekunden, bestehend aus 10 bis 16 Schlägen, bei Weibchen ist er etwas kürzer.

Nahrung

Der Buntspecht ernährt sich von Holz bewohnenden und frei lebenden Insekten, Insektenlarven und Spinnen. Im Gegensatz zu anderen Spechten frisst er jedoch auch relativ viel pflanzliche Kost, wie Koniferensamen, Beeren, Nüsse und Baumsäfte.

Lebensraum

Der Buntspecht brütet in allen Laub- und Nadelwaldlandschaften, sowie in Parks, Feldgehölzen und Gärten.

Fortpflanzung

Im Tiefland beginnt ab Ende März die Suche nach geeigneten Brutbereichen und ab Mitte April die Eiablage. In höheren Lagen findet der Brutbeginn einen Monat später statt. Ihre Nisthöhlen bauen die Spechte 20 bis 50 Zentimeter tief in Stämme oder starke Äste. Das Gelege besteht meist aus fünf bis sieben Eiern, die nach zehn bis zwölf Tagen ausgebrütet sind. Ab einem Alter von 18 bis 19 Tagen zeigen sich die Jungen am Flugloch. Nach 20 bis 23 Tagen fliegen sie aus, werden aber noch acht bis zehn Tage gefüttert. In der Regel versorgen Spechte nur eine Brut pro Jahr.

Verbreitung

Der Buntspecht ist im Nadel- und Laubwaldgürtel Eurasiens von Südwesteuropa und Nordafrika bis Japan und Südostasien beheimatet – von Tieflagen bis in Bergregionen.

Bestand

In Deutschland leben 450.000 bis 830.000 Brutpaare. Der Aktionsraum eines Paares kann bis zu 60 Hektar umfassen.

Gefährdung

Als häufigste und am weitesten verbreitete Spechtart in Mitteleuropa ist der Buntspecht nicht akut bedroht, wie viele andere Spechtarten jedoch durch den Rückgang naturnaher Wälder langfristig gefährdet.

Schau mal, wer da klopft...

Was tun, wenn Spechte die Hauswand zerhacken?

Spechte können Schwierigkeiten bereiten, wenn sie an gerade neu mit Styropor eingekleideten Fassaden hacken. Diese Isolierung fühlt sich ähnlich an wie weißfaules Buchenholz und vermutlich empfindet der Specht ähnlich. Klopft er gegen diese Fassaden, ist es für ihn so, als wäre morsches Holz darunter. Darum möchte er in das Styropor eine Höhle bauen oder darin nach Nahrung suchen. Vorbeugend sollte an den Ecken, wo die Buntspechte am häufigsten anfliegen, stärkerer und glatter Putz verwendet werden. Am glatten Putz kann sich ein Specht weniger gut festhalten.
 

Trommler, Schmied und Zimmermann

Der Buntspecht ist Vogel des Jahres 1997

Zur Abwehr können farbige Flatterbänder verwendet werden. Doch wenn man die Anordnung nicht alle paar Tage wechselt, gewöhnen sich die Spechte daran. Draht oder Netze vor die gefährdeten Flächen zu hängen, ist zum einen sehr aufwendig und zum anderen nicht schön. Von Netzen ist deshalb abzuraten, da Netze, wie man es in Beerenobstanlagen oder Weinbergen immer wieder sieht, oft schlaff durchhängt und so zu Todesfallen für Vögel wird.

Klaus Ruge, langjähriger Leiter der Vogelschutzwarte Baden-Württemberg und Gründungsredakteur von ''Naturschutz heute'', erklärt, warum ausgerechnet der häufige Buntspecht gewählt wurde, und berichtet ausführlich aus dem Leben des Jahresvogels und seiner Verwandtschaft:

Mitten in einem großen Laubwald, im Ludwigsburger Favoritepark, lag das Forsthaus, in dem die Vogelschutzwarte untergebracht war. Uralte, mächtige Eichen standen dort. Drei Leute reichten nicht aus, die Stämme zu umarmen. Oben in den Kronen gab es überall morsche, abgestorbene Äste. Einen besseren Spechtwald kann man sich nicht vorstellen. Und all das hatte ich jahrelang unmittelbar vor der Tür - oder vor dem Fenster, denn zuweilen kam ein Buntspecht, der klopfte etwas aufdringlich an die Fensterläden.

Der häufigste Specht im Favoritepark ist der Buntspecht. Manchmal, bei strahlendem Sonnenschein, fangen die Spechte schon im Dezember an zu trommeln. Mit dem Schnabel schlagen sie besonders wohltönende Äste an, dass es nur so schnarrt. An solchen Tagen hatte ich dann Mühe, am Schreibtisch sitzen zu bleiben. Immer wieder musste ich nach draußen schauen und immer glaubte ich, mir entginge etwas.

Der Trommler im Wald?

Wer gehört werden will, der benötigt ein weithin tönendes Instrument. Im Wald sind das gewöhnlich Äste mit einem guten Resonanzkörper, gelegentlich kann es auch ein Baumstamm sein. Bei uns vor dem Forsthaus trommelte ein Buntspecht von morgens an, lange vor meinem Aufstehen, an der Dachrinne. Selbst die Sirene auf dem kleinen Schlösschen etwas weiter entfernt wurde als Trommelinstrument benutzt.

Ein Specht, dem es gerade zum Trommeln zu Mute ist, fliegt an einen günstigen Ast, setzt sich zurecht, plustert das Gefieder, senkt den Schnabel lotrecht auf die Trommel und schlägt seinen Wirbel. Die Trommelwirbel der verschiedenen Spechtarten sind sehr unterschiedlich. Rhythmus, Länge, Schlagzahl der Wirbel sowie der zeitliche Abstand zwischen den Schlägen ist charakteristisch für die einzelnen Spechtarten. So klingen etwa die knurrenden, oft unterbrochenen, sehr langen Trommelwirbel des Kleinspechtes ganz anders als die kurzen Wirbel des Buntspechts.

Übrigens unterscheiden sich beim Buntspecht die Trommelwirbel von Männchen und Weibchen. Gewöhnlich sind die Weibchenwirbel etwas kürzer als die der Männchen. Nimmt man einen Wirbel zum Beispiel mit 19,5 Zentimetern Bandgeschwindigkeit auf, lässt das Band dann mit einem Viertel der Aufnahmegeschwindigkeit ablaufen, kann man jeden einzelnen Schlag deutlich zählen.

Wohnungsbau für Kauz und Meise

Buntspechte sind nicht nur bloßes Symbol für den lebendigen Wald. Ganz konkret schließen Spechte für viele Tierarten den Wald überhaupt erst auf. Wo sollten Kohl- und Tannenmeise brüten, wo der Sperlingskauz, gäbe es keinen Buntspecht, der ihnen Höhlen zimmerte? Wo brütete die Hohltaube, wo hätte das Eichhörnchen seine Wochenstube oder auch der Siebenschläfer ohne den Buntspecht und seine Verwandten? Überhaupt hätten all die Höhlenbewohner von der Waldmaus und den Fledermäusen bis zu den Bienen kein Zuhause.

Spechte nämlich bauen viel mehr Höhlen als sie selbst brauchen. Sie stellen auch an den Höhlenzustand hohe Ansprüche. Und wenn keine gute Höhle zur Verfügung steht, können sie sich eine bauen. Zwar baut nicht jeder Buntspecht jedes Jahr eine neue Höhle, aber so ein bisschen zimmert er doch. Und wenn dann erst einmal nur eine Schlafhöhle für die Kohlmeise dabei herauskommt, hat es doch seinen Nutzen, und schließlich gibt es immer ein nächstes Jahr. Da kann der Specht dann weiterbauen.

Der kräftige Meißelschnabel ist für die Zimmerarbeit ein ideales Werkzeug. Der Specht weiß genau, wo er den Meißel ansetzen muss, immer trifft er in die richtige Kerbe. Wer je einen Buntspecht in der Hand gehalten hat, weiß genau: Seine Hiebe treffen immer ins Nagelbett, wo es am meisten schmerzt.

Mit eingebautem Stoßdämpfer
 

Mögen Spechte auch kräftige Schnäbel haben, für unnötig schwere Arbeit sind sie nicht zu haben. Sie suchen möglichst einen Stamm oder einen Ast, der von innen her faul ist. Zuerst aber müssen sie von außen das gesunde Holz durcharbeiten. Sie schlagen mit kräftigen Hieben gegen die Rinde, und dann zimmern sie Sparren um Sparren los. Und trotzdem bekommen sie kein Kopfweh. Der Spechtschnabel ist so gebaut, dass die Kraft des Schlages abgefangen wird. Die Knochenhülle des Gehirns ist stärker als bei anderen Vögeln. Zwischen den Augen befindet sich eine knöcherne Scheidewand, und an der Eintrittstelle des Sehnervs sind knorpelige Einlagerungen. Außerdem befindet sich zwischen Schnabel und Schädel so etwas wie ein Stoßdämpfer. Beide Teile sind federnd verbunden, und dabei wird die Stoßenergie auch noch in Drehenergie umgewandelt.

Spechte arbeiten nicht den ganzen Tag, sondern immer mal für ein paar Stunden; außerdem wechseln sich Männchen und Weibchen ab. Allmählich wird das Loch tiefer und schließlich so tief, dass der Specht in der Höhle ganz verschwindet. Wir hören ihn dann nur noch von außen pochen, und besonders schön, wenn wir das Ohr an den Stamm legen. Er löst Span um Span, und wenn er eine Weile gearbeitet hat, dann nimmt er einen Schnabel voll und schleudert die Späne heraus. Um den Stamm herum ist es dann manchmal ganz weiß von Holzspänen. Nach ein, zwei oder drei Wochen ist die Höhle schließlich fertig, und das Eierlegen kann beginnen. Ein Nest bauen die Spechte nicht. Sie lassen einfach Holzspäne auf dem Boden liegen, eine weiche saugfähige Unterlage für die Jungen. Und das morsche Holz wirkt wie Styropor angenehm wärmedämmend.

Als Schmied an der Werkbank

Spechte können sehr kunstvolle Schmieden anlegen - eine richtige Furche, die sie in einen Ast hineinzimmern, und die sie dann als Werkbank benutzen, in die sie Zapfen und Nüsse einklemmen. Und jedes Mal wenn ein neuer Zapfen herangeschleppt wird, fliegt der alte Zapfen heraus. So können hunderte alter Fichtenzapfen unter einem einzigen Baum liegen - ein untrügliches Zeichen für den Buntspecht. Der Werkzeuggebrauch macht es möglich, auch solche Lebensräume zu besiedeln, die nur ein geringes Angebot an tierischer Nahrung haben, dafür aber, zumindest zeitweise, große Mengen pflanzlicher Nahrung.

Doch der Buntspecht und seine Verwandten hätten es beim Schmieden, insbesondere beim Höhlenbau viel schwieriger, besäßen sie nicht zwei weitere Hilfsmittel, um sich am Baum festzuhalten oder kinderleicht am Baum herumzuklettern. Nämlich Kletterfüße mit einer Wendezehe, die je nachdem, ob der Vogel herauf- oder hinunterklettert, gewendet werden kann, und einen starken Stützschwanz. Dieser Stützschwanz ist so etwas wie ein dritter Fuß, und das gibt dem Specht am Stamm Sicherheit und Halt.

Die Sache mit dem Schluckspecht

Wenn man Büchern trauen kann, dann sind russische Buntspechte die größten Schluckspechte. Zwei Drittel ihres Nahrungsbedarfs, heißt es, würden sie im Frühjahr aus Baumsaft decken. Besonders lecker ist Ahornsaft und Birkensaft. Aber sachte, keine Unterstellungen, der Saft ist frisch, süß und unvergoren. Das mit den ewig trunkenen Schluckspechten ist wirklich üble Nachrede.

Im Frühjahr, wenn in den Baumrinden der Saft steigt, schlagen die Spechte die Saftbahnen an. Dann quillt Saft heraus und den trinken sie. Ringeln nennt man dieses Löcherschlagen, weil die Löcher ringförmig angeordnet sind. Der Specht sitzt am Stamm, schlägt zuerst zu einer Seite, löst die Rinde oder die Borke und schlägt dann das Loch. Dann schlägt er in der Mitte direkt vor sich und dann zur anderen Seite. Nach einer kleinen Weile rückt er weiter. An warmen Tagen fließen bei Birken, Eschen oder Hainbuchen ganze Ströme den Stamm hinab und wenn Ahornsaft eintrocknet, muss man nur den Finger anfeuchten, über die Saftbahn fahren und den Finger ablecken. Süß wie Zucker schmeckt es dann.

Übrigens mögen auch Eichhörnchen den Ahornzucker. Nagespuren an der Rinde verraten, dass sie dort genascht haben. Noch eine ganze Reihe anderer Tiere finden sich zum Trinkgelage: Meisen, Sperlinge, verschiedene Insekten, ja sogar Hirsche trinken gelegentlich Ringelsaft.

 

Spechte sind Langschläfer

Frühaufsteher sind Spechte nicht, und das macht sie mir sympathisch. In meinen Protokollen habe ich für Juli Aufstehzeiten so um 4 Uhr herum. Das klingt zwar früh, aber Rotkehlchen oder Misteldrossel haben um diese Zeit schon lange mit dem Singen begonnen. Im Winter gar standen meine Buntspechte erst um 8 Uhr auf. Trübes Wetter hat keinen großen Einfluss auf das Schlafengehen, und an schönen Tagen ist es noch recht hell, wenn die Spechte ihre Höhle aufsuchen. Eine innere Uhr, die auf den Sonnenstand abgestimmt ist, lässt die Spechte immer im gleichen Abstand zum Sonnenuntergang in Schlafstimmung kommen. Da die Tage im Winter kürzer sind als im Sommer, schlafen die Spechte im Winter besonders lang.

Meistens übernachten Spechte in Höhlen, dort können sie sich sicher fühlen. Gelegentlich kommt es auch vor, dass sie im Freien übernachten. Und zwar sind es nicht nur junge Spechte, die noch keine Höhle kennen, sondern gelegentlich auch alte, die doch um alle Höhlen in ihrem Aktionsbereich wissen.

Der Schwarzspecht sagt "Gute Nacht"

Am schönsten ist es, dem Schwarzspecht beim Schlafengehen zuzusehen. Von weitem schon kündigt er sich mit seinem "kürr-kürr" an. Manchmal überfliegt er das ganze Tal. Dann steuert er die Schlafbuche gerade oberhalb des Wegsaums an. Fast immer benutzt er beim Anflug dieselben Bäume. Er hackt, klopft, ruft "kia", bald darauf fliegt er ab, ruft kurz "kürr" und landet schon wieder an einem anderen Baum. Er putzt sich, klopft wieder, und erst nach einer ganzen Weile fliegt er zur Schlafhöhle und schlüpft ein. Nur wenn ihn irgendetwas beunruhigt, schaut er nochmals heraus.

Beim Schlafen krallen sich Spechte an den Vorderrand der Höhle unterhalb des Einfluglochs fest. Empfindlich reagieren schlafende Spechte auf Kratzgeräusche, Denn die könnten ihren Erzfeind, den Baummarder, ankündigen. Selbst in tiefster Nacht schießen sie dann gelegentlich zur Höhle heraus. Gewöhnlich schläft jeder Specht für sich. Beim Grünspecht allerdings ist schon einige Male beobachtet worden, dass Männchen und Weibchen zusammen übernachteten.

Wer im März oder April herausgeht und sieht, wie sich die Spechte erregt jagen, die Flügel gegeneinander spreizen, der kann sie wirklich für sehr unverträgliche Vögel halten. Doch im Laufe der Wochen lernen sich die Vögel immer besser kennen und ihre Aggressivität nimmt ab. Bei der Begegnung der Paare gibt es Verhaltensweisen, die ursprünglich wohl aggressiv getönt waren. Allmählich aber haben sich daraus Beschwichtigungs- oder Begrüßungsformen gebildet - so wird Aggressivität unschädlich gemacht. Es wäre gut, wir Menschen könnten so etwas auch in unser Verhaltensinventar aufnehmen.

Naturnahe Wälder für Spechte

Neben dem Buntspecht gibt es in Mitteleuropa noch acht weitere Spechtarten. Zwei davon, der Dreizehenspecht und der Weißrückenspecht, sind ausgesprochene Bergspechte. Manche Spechtarten wie Wendehals und Grünspecht lieben nicht die dichten Wälder, sondern eher gelockerte Bestände. Doch sowohl in der Ebene als auch in den Bergen können mehrere Arten nebeneinander leben. Das geht nur, wenn sich ihr Lebensraum und ihr Nahrungsanspruch unterscheiden. Und sie unterscheiden sich deutlich: Grauspecht, Grünspecht, Wendehals sind ausgesprochene Ameisenspechte. Dreizehenspecht und Schwarzspecht hacken mehr als andere Spechte im toten Holz. Kleinspecht und Mittelspecht hingegen sammeln viel Nahrung von den Blättern oder klauben sie zwischen der Borke hervor.

Die liebe Verwandtschaft

Heimische Specht Vielfalt

Der Grünspecht ist ein Ameisenspezialist. Mit seiner langen Leimrutenzunge züngelt er in die Ameisengänge und holt Larven und Ameisen heraus. Im Winter findet er die Ameisenhügel sogar unter dem Schnee. Der Grünspecht bewohnt lichte Wälder und Streuobstwiesen. Vorkommen

Der Grauspecht ist ein besonders naher Verwandter des Grünspecht, so dass es gelegentlich zu Mischpaaren kommt. Grauspechte jedoch sind mehr Waldspechte als die Grünspechte. Ihr Speisezettel ist zudem außerhalb der Brutperiode reichhaltiger als beim Vorkommen..

Der Buntspecht ist der typische Specht unserer Wälder. Er kommt in sehr unterschiedlichen Lebensräumen vor - nur Bäume müssen vorhanden sein. Seine Fähigkeit zu schmieden, also Nüsse und Zapfen als Nahrungsquellen zu erschließen, lässt ihn auch den Winter gut überstehen.

Mittelspechte scheinen bei uns stark an rauborkige Bäume gebunden zu sein. In Deutschland sind das fast ausschließlich Eichen. Mittelspechte sammeln viel. Sie trommeln fast nie, sondern lassen einen quäkenden Gesang hören. Vorkommen: 9700 bis 16.000 Paare, Vorwarnliste, da starke Bestandabnahme nach 1970, derzeit aber stabil.

Kleinspechte sind rund 25 Gramm schwere Winzlinge (Buntspecht 90 Gramm, Grünspecht 250 Gramm). Sie leben in lichten Waldbereichen, im Streuobst, im Auwald und in Parkanlagen. Oft sind die Höhlen weit oben in den Kronen. Bei ihnen konnte nachgewiesen werden, dass Spechte nicht immer so monogam sind, wie man bislang glaubte.

Der Schwarzspecht ist so groß wie eine Krähe und bis auf das Rot am Kopf ist sein Gefieder durchgehend schwarz. Schwarzspechte waren vor hundert Jahren sehr viel seltener als heute. Zum Brüten bevorzugen sie alte Bäume, oft Buchen. Bei der Nahrungssuche jedoch werden nadelholzbewohnende Käferlarven bevorzugt.

Dem Dreizehenspecht sagen Fichtenbestände mit hohem Totholzanteil zu. Im Schwarzwald war der Dreizehenspecht lange ausgestorben, doch vor wenigen einigen Jahren hat sich eine kleine Population neu angesiedelt - vermutlich als Folge des Waldsterbens. Sollte man alles Totholz entfernen, wird auch der Dreizehenspecht wieder verschwinden. Vorkommen: 720 bis 1030 Paare,

Weißrückenspechte bewohnen in Mitteleuropa besonders Bergwälder mit hohem Laubholzanteil. Sie haben einen mächtigen Schnabel, bevorzugen zum Höhlenbau aber trotzdem stark angemoderte Stämme.

Der Wendehals ist kein Specht im engeren Sinne, er gehört innerhalb der Spechte zur Unterfamilie der Wendehälse, von denen es weltweit überhaupt nur zwei Arten gibt. Wendehälse können keine Höhlen bauen. Im Gegensatz zu Spechten brüten sie oft zweimal im Jahr und sind Zugvögel.

 

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