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Auf der Spur der Dinosaurier

Bunt, gefiedert, agil: die moderne Technik bringt neue Erkenntnisse und stellt unser bisheriges Bild der Urwesen auf den Kopf.

Träge trampeln die Giganten durchs Dickicht, ihre Schuppen sind fahl grau gefärbt. Sowas wie ein Sozialverhalten haben sie in ihrer Primitivität nicht. Derart tumb stapfen Dinosaurier Jahrzehnte lang durch die Lehrbücher. Früher ist die Wissenschaft sogar davon ausgegangen, dass die größten Saurier im Wasser standen, weil sie so schwer waren, um sich an Land zu bewegen. Mittlerweile hat sich das Dinosaurierbild aber radikal verändert. Neue Forschungsmethoden und neue Fossilienfunde lassen die Lebewesen in einem anderen Licht erscheinen. Mehr als 160 Millionen Jahre beherrschten die Dinosaurier die Erde. Zum Vergleich: der früheste Vertreter unserer Spezies Mensch ist nicht einmal 3 Millionen Jahre alt. So müssen die Urzeittiere besonders Leistungsfähig gewesen sein, um so lange zu existieren.

Fressen wie ein Staubsauger

Ihr äußerlich auffälligstes Merkmal: Gigantismus. Bis zu 40 Meter lang und 80 Tonnen schwer wurden Sauropoden, die größten Dinosaurier überhaupt. das ist auch wahrscheinlich nahe an der Grenze des biologischen machbaren. Das Problem sind die Muskeln, denn sie bestehen zu einem großen Teil aus Wasser und sind deshalb vergleichsweise schwer. Noch größere Sauropoden wären wohl unter ihrem Gewicht zusammen gebrochen. Das ihr Skelett 80 Tonnen verkraftete, haben sie einer Leichtbauweise zu verdanken. Ihre Knochen waren teilweise hohl, zudem zog ein System von Luftsäcken die lange Wirbelsäule und reichte bis in die Beinknochen. Unsere heutigen Vögel haben ein ähnlich ausgeprägtes Luftsacksystemes liegt nahe, das Dinosaurier so geatmet haben wie Vögel. Deren Lungen arbeiten äußerst effektiv, mit einem System aus Blasebälgen wird frische Luft kontinuierlich durch die Lungen gepumpt. Das spart Energie. Bei der Nahrungsaufnahme halfen die extrem langen Hälse. Sauropoden haben großflächige Pflanzen ab gepflügt und Äste teilweise unverdaut mit runtergeschluckt. Das Staubsaugerprinzip, die dem der Hals wie der Staubsaugerschlauch fungierte.. zum kauen blieb keine Zeit. Ein Kauapparat hätte ohnehin nicht in die kleinen Schädel gepasst, und einen größeren Kopf hätte der Hals nicht tragen können. Ein 40-Meter-Tier brauchte jede Menge Nahrung: zwei Tonnen pro Tag.

Die Saurier-Riesen mögen uns besonders faszinieren, doch es tummelten sich auch viele kleinere Arten auf den Planeten. Der kleinste bekannteste Dinosaurier, der Microraptor, brachte es gerade mal auf 350 Gramm. Im Schnitt wogen die Tiere etwa 5 Tonnen. Aber: dieses hohe Durchschnittsgewicht könnte auch damit zusammenhängen, dass Paläontologen einfachmehr große Fossilien finden als kleine. Ein großer Knochen bleibt eher erhalten als ein kleiner. Deshalb lässt sich die damalige Artenvielfalt auch schwer rekonstruieren.

Federn oder Schuppen.

Bis lang haben die Paläontologen zwischen 700 und 1500 Dinosaurierarten bestimmt, doch die Angaben schwanken stark, wenn man sich klar macht, dass es heute gut 10.000 Vogelarten gibt, lebten wohl sehr viel mehr Arten als bislang bekannt. Seit Jahrzehnten diskutierten Paläontologen auch über ihr Aussehen. Dank Fossilien, die Hautabdrücke zeigen, wissen wir mittlerweile recht gut, wie ihre Haut beschaffen war. Gerade bei kleineren Arten waren federbüschelartige Strukturen verbreitet. Das heißt: die Befiederung meisten Arten ähneln eher Büscheln und weniger der Schwungfedern, die wir von heutigen Vögel kennen. Sehr wahrscheinlich dienten die Federn zur Körperisolierung. Denn zumindest einige Dinosaurierarten waren Warmblüter, die-wie wir Säugetiere-ihre Körpertemperatur selbst regulieren konnten. Eine Vorstellung die Jahrzehnte lang unvorstellbar schien. Schließlich muten Saurier wie Echsen an, deren Körper-von der Außentemperatur abhängig ist. Jedenfalls half die Befiederung warmblütigen Tieren, ihre Temperatur zu halten. Wie viele Arten Federn hatten, ist aber unklar-genau wie die Färbung der Dinosaurier. Die Farbe ist ein Produkt der Fantasie. Man orientierte sich an den heutigen Reptilien, und die sind vor allem grünlich und gelblich gefärbt. Immerhin belegen spezielle Fototechniken, dass viele Arten eine Musterung aufwiesen, also nicht einfarbig waren.

Kleiner Wuchs als Vorteil

Dass es warmblütige Dinosaurier gab, bringt unsere althergebrachte Vorstellung von ihren Lebensweisen ins Wanken. Wahrscheinlich waren sie so agil wie Säugetiere und Vögel. Und sie waren wohl auch cleverer, als man lange dachte. Fußabdrücke legten nahe, dass bestimmte Raubsaurierarten in Gruppen jagten. Also ein komplexes Sozialverhalten aufwiesen.

Zwar sind die Dino-Riesen, die unser Bild der Urzeittiere bis heute prägen, evolutionär am erfolgreichsten waren jedoch andere: die Winzlinge. Die Gruppe der Maniraptora schrumpfte im Laufe von 50 Millionen Jahren von durchschnittlich 240 Kilo auf 0,8 Kilo. Kleine Arten haben viele Vorteile. Sie erreichen schneller Die Geschlechtsreife, haben schnellere Reproduktionsraten und können sich deshalb schneller an eine neue Umweltbedingung anpassen. Auch die Maniraptora überlebten jenes Massensterben nicht, das vor 65 Millionen Jahren sämtliche Saurierarten dahinraffte. Aber aus der Artenvielfalt dieser  Minis entwickelten sich die Vögel, die heutigen Dinosaurier.

Die wichtigsten Saurier

Mehr als 160 Millionen Jahre beherrschten die Landdinosaurier die Erde. Doch vor 65 Millionen Jahren starben sie aus.

 

Trias vor 251 bis 200 Mio. Jahren

  • Herrerasaurus
  • Plateosaurus
  • Coelophysis
  • Ichthyosaurier

 

Jura vor 200 bis 145 Mio. Jahren

  • Lesothosauros
  • Dimorphodon
  • Plesiosaurier
  • Spinophorosaurus
  • Stegosaurus
  • Apatosaurus
  • Brachiosaurus
  • Allosaurus

 

Kreidezeit vor 145 bis 65 Mio. Jahren

  • Iguanodon
  • Deinonychus
  • Argentinosaurus
  • Galiminus
  • Pteranodon
  • Tylosauros
  • Velociraptor
  • Abelisaurus
  • Tyrannosaurus Rex
  • Triceraptops
  • Quetzalcoatlus

 

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