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Auf dem Dach der Welt

Majestätisches Land, gefährliche Gipfel und eine einzigartige Kultur: Der Himalaja vereint die höchsten Berge der Welt und ist voller Magie.

Die Verführungskunst des Himalajas ist dermaßen stark, dass ein einziger Blick reicht, um ihr zu erliegen. Ein Blick etwa auf den Mount Everest, so großartig, so gefährlich, so strahlend vor Schönheit, schneeweiß und gletscherblau. Sein Gipfel, 8848 Meter über den Meeresspiegel, gilt als Höchster unseres Planeten, er erstreckt sich beinahe doppelt so weit Richtung Himmel wie der Mount Blanc. Obgleich das Auge diesen Superlativ nicht wahrnehmen kann- zumal auch die umliegenden Landschaften in mehreren Tausend Metern Höhe liegen-, spürt der Mensch doch ganz deutlich die Magie, die Majestätisch dieser einmaligen Landschaft. Der Himalaja hat einen undurchschaubaren, geheimnisvollen und vor allem unberechenbaren Charakter, beschreibt Bergsteigerlegende Reinhold Messner die Faszination- er kennt den Himalaja, wie kaum ein anderer.

Der Gebirgsbogen, oft auch als Dach der Welt bezeichnet, erstreckt sich auf einer Länge von etwa 2500 Kilometern, was der Entfernung zwischen Amsterdam und Moskau entspricht. Geographisch trennt das Gebirgssystem den indischen Subkontinent vom tibetischen und zentralasiatischen Hochland, politisch erstreckt es sich über Indien, Pakistan, Nepal, Bhutan  und China mit Tibet. Von allen 14 über 8000 Meter hohen Bergen der Erde befinden sich 10 im Himalaja, und die weiteren Vier erheben sich im nordöstlichen angrenzenden Gebirgssystem Karakorum, darunter auch der K2, mit 8611 Metern zweithöchster Berg der Welt.

Reiche, Blühende Natur.

So prachtvoll der Anblick der Landschaften so lebensfeindlich sind die Gegebenheiten: die Luft ist zu dünn, die Temperaturen zu niedrig für menschliche Besiedlung.

Dennoch herrscht eine erstaunliche Artenvielfalt. Selbst in den unwirtlichen Hochtälern sind Steinadler, Bären. Schakale und Wölfe zu Hause. Wie auch die märchenhaft aussehenden Schraubenziegen mit ihren spiralförmig gewundenen Hörnern. Sie alle haben sich den extremen Umweltbedingungen hervorragend angepasst.

Für Südasien sind die Berge wahre Lebensspender. Ihre Gletscher bilden das größte Trinkwasserreservoir außerhalb der Arktis, sie speisen sieben der wichtigsten Flüsse Asiens, darunter den Ganges und den Jangtse. In den tieferen Regionen des Himalajas herrscht reiches, blühendes Leben. Mehr als 10.000 Pflanzenarten sind dort heimisch. In der Bergwäldern leben Kragenbär, roter Panda sowie der seltene Goldlangur. Oberhalb der Baumgrenze haben Schneeleopard, Blauschafe und die ziegenartigen, aber fast rindergroßen Takine ihr Revier. Erst kürzlich veröffentlichte der WWF eine Liste mit 200 Tier-und Pflanzenarten, die allein in den letzten 6 Jahren im Himalaja entdeckt wurden.

Am faszinierendsten jedoch sind für die allermeisten Menschen –für Fremde wie für Einheimische- die gewaltigen Wände und die hohen Gipfel des Gebirgssystems. Was aber nicht bedeutet, dass man sie auch unbedingt bezwingen muss. Die Menschen im Himalaja stiegen lange Zeit nicht auf Berge, sondern umrundeten sie. Das Dach der Welt war für sie eine Brücke zum Himmel –und zugleich das Zentrum der Welt, das sie nicht entweihen wollten. Diese Vorstellung von Bergen lebt heute noch in Tibet, Nepal und Bhutan fort.

Zu Erlebnistrips und vermeintlichen Heldentaten machen sich heutzutage Menschen aus aller Welt auf: gut 7000-mal wurde der höchste Gipfel der Erde seit seiner Erstbesteigung im Jahre 1953 erklommen, wobei etwa die Hälfte der Kletterer Sherpas waren. Ohne diese Mitglieder eines nur etwa 50.000 Menschen umfassenden Volkstammes wäre der Mount Everest Tourismus in seiner heutigen Form unmöglich.

Faszinierende Kulturen.

Die Sherpas präparieren Wege, errichten Lager, tragen Lasten, führen und betreuen Laienbergsteiger. Die Lungen der Sherpas sind perfekt an das Leben in 5000 Meter Höhe angepasst. Auch ihr Herz ist äußerst belastbar. Besonders bewundernswert ist ihre Demut vor dem Dach der Welt, dass für die eine Art Götterthron darstellt. Freiwillig würden diese namenlosen Helden den Mount Everest niemals entweihen. Überhaupt sind es die Menschen und ihre ganz besonderen Kulturen, die der Region im Zusammenspiel mit den landschaftlichen Gegebenheiten ihre einzigartige Schönheit verleihen. Im Königreich Bhutan etwa, das so groß wie die Schweiz ist, aber mit 745.000 Menschen nur ein Zehntel der Einwohner hat, ist in der Verfassung neben dem Umweltschutz auch das persönliche Glück der Bürger festgeschrieben. Sie sind sehr traditionell, 70% sind Bauern haben ein geringes Einkommen –und scheinen sehr zufrieden zu sein. Was auch an der Staatsreligion liegt, dem Buddhismus, , der die Menschen Demut und Genügsamkeit lehrt. Und der Reisende aus der westlichen Welt immer wieder so sehr fasziniert. Darunter auch Reinhold Messner, für den der schönste Ort in Nepal nicht Mount Everest heißt. Sondern Tengboche: ein von Sherpa-Mönchen geleitetes Kloster mit Blick auf den höchsten Berg der Welt.

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