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Angeber der Lüfte

Klein aber Oho! Bei den Wundersylphen (15cm Zentimeter ist der Kolibri lang-mit Schwanzfedern) protzt das Männchen mit langen Federn und wilden Balzflug. Die kuriose Kolibri-Art lebt in den Bergwäldern Perus.

Gelassenheit ist nicht ihre Stärke. Von morgens bis abends flattert, hüpft und schwirrt die Wundersylphe durch die Bergwälder im Norden Perus-flinker und geschickter las jede andere Kolibri-Art. Kein Wunder, dass Forscher bislang wenig über den Winzling wissen und Fotografieren über so viel Hektik verzweifeln. Bitte mal still sitzen.

Luftakrobatik für die Liebe

Für gelungene Bilder braucht man viel Geduld und Glück, denn der kleine Kolibri hält sich meist im Schutz dichter Vegetationen auf. An den Hängen des Utcubamba-Tals sind die Chancen am größten. Allerdings muss man dazu auf 2100 bis 2900 Meter Höhe klettern, Experten schätzen, dass dort noch etwa 250 bis 100 der schillernden Vögel leben.

Besonders wild geht es zu, wenn die Männchen zum Wettstreit um Weibchen antreten. Ihre spektakuläre Balz findet meist im Gewirr von Ästen und Zweigen statt. Akrobatisch schwirren sie vor und zurück-mehr als zweimal pro Sekunde.

Erst Zeitlupenaufnahmen enthüllen, was dabei geschieht. Im Mittelpunkt: die vier Schwanzfedern, von denen zwei extrem verlängert sind. An ihrem Ende prangt eine Art Ruderblatt. Beim Balzflug richtet das Männchen die Federn auf, biegt sie bis zur Brusthöhe und wedelt damit verlockend. Lange glaubten Forscher, so würde der Knacklaut entstehen, der den Tanz begleitet. Irrtum. Aufnahmen zeigen: sie werden vom Schnabel erzeugt.

Lange hält der Luftakrobat seine Kunststückchen übrigens nicht durch. Er verbraucht dabei so viel Energie, dass er schon bald ermattet auf den nächsten Ast sinkt. Für den Nestbau und der Aufzucht des Nachwuchses ist dann das weniger exzentrische Weibchen zuständig. Und er? Tanzt für die nächste Partnerin weiter. Wundersylphen sind die meiste Zeit des Jahres Einzelgänger und äußerst polygam veranlagt.

Gerade dieser Ruf scheint den Männchen zum Verhängnis zu werden. Forscher stellten nämlich fest, dass Einheimische die Vögel töten-und ihre getrockneten Herzen zur Luststeigerung nutzen. Das würde erklären, warum in der Natur ein Ungleichgewicht herrscht. Auf fünf Weibchen kommt nur ein Männchen. Die anderen fallen Vermutlich der Jagd zum Opfer. Auch darum gehört die Wundersylphen zu den seltensten Kolibri-Arten. Da ihr Lebensraum zudem  durch das Abholzen der Wälder bedroht wird, kämpfen Naturschützer seit Jahren für den Winzling. Die American Bird Conservancy etwa hat mit der peruanischen Organisation Ecoan ein Schutzgebiet durchgesetzt und 30.000 Bäume und Büsche gepflanzt.

Kurze Pausen am Blütenkelch

Mit etwas Glück können Besucher dort die bunten Kolibris an Futterstationen beobachten. Heftig flatternd nähern sie sich den Blütenähnlichen Nektarquellen. In freier Natur lieben sie vor allem rote Bomarien-Gewächse. im Gegensatz zu anderen Kolibri-Arten setzen sich die Wundersylphen dabei schon mal auf den Blütenrand, anstatt immer nur artistisch in der Luft zu schwirren. Auch nervöse Vögel brauchen mal eine Verschnaufpause.

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